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Was ist der Haarzyklus? Anagen-, Katagen- und Telogenphase
Jedes Haar auf der Kopfhaut folgt seinem eigenen Zyklus: Es wächst jahrelang, ruht nach einer kurzen Übergangsphase, fällt aus und macht meist Platz für ein neues Haar. Wir erklären die Phasen und ihre Dauer und zeigen, wie sich mit dem Zyklus der tägliche Haarausfall, das telogene Effluvium und der Haarausfall nach einer Transplantation erklären lassen.
In diesem Beitrag
Warum wächst das Haar nicht ununterbrochen?
Das Haar wird im Follikel (der Haarwurzel) in der Haut gebildet; wie der Follikel aufgebaut ist, erklären wir in unserem Beitrag zum Aufbau des Haarfollikels. Der Follikel bildet das Haar nicht ohne Pause: Er arbeitet eine Zeit lang, wird dann kleiner, ruht, gibt das alte Haar ab und beginnt erneut zu arbeiten. Diesen sich wiederholenden Ablauf nennt man den Wachstumszyklus des Haares oder kurz Haarzyklus.
Beim Menschen folgt jeder Follikel diesem Zyklus nach seinem eigenen Zeitplan; zwei benachbarte Follikel können sich in unterschiedlichen Phasen befinden. Deshalb nimmt die Haardichte unter normalen Umständen nicht merklich ab, obwohl jeden Tag eine gewisse Menge Haare ausfällt.
Der Zyklus bestimmt auch, wie lang das Haar werden kann. Da die Wachstumsphase auf der Kopfhaut jahrelang dauert, kann das Kopfhaar sehr lang werden; bei Augenbrauen und Wimpern ist diese Phase viel kürzer, deshalb bleiben diese Haare von selbst kurz.
Welche Phasen hat der Zyklus?
Die Angaben zu Dauer und Anteil in der Tabelle sind Näherungswerte für die Kopfhaut; zwischen den Quellen gibt es kleine Unterschiede, und die Werte sind von Person zu Person verschieden.
| Phase | Was geschieht im Follikel? | Ungefähre Dauer | Ungefährer Anteil der Follikel |
|---|---|---|---|
| Anagen (Wachstum) | Die Zellen in der Haarzwiebel des Follikels teilen sich rasch; das Haar wächst. | In der Regel 2–7 Jahre | 85–90 % |
| Katagen (Übergang) | Die Zellteilung hört auf; der untere Teil des Follikels bildet sich zurück und wird kürzer. | 2–3 Wochen | 1–2 % |
| Telogen (Ruhe) | Das Haar wächst nicht mehr, bleibt aber im Follikel verankert. | Etwa 3 Monate | 10–15 % |
| Exogen (Ausfall) | Das ruhende Haar löst sich vom Follikel und fällt aus. | Keine festgelegte Dauer | Meist wird kein eigener Anteil angegeben |
| Kenogen (leerer Follikel) | Nachdem das alte Haar ausgefallen ist, bleibt der Follikel leer, bis eine neue Wachstumsphase beginnt. | Unterschiedlich; normalerweise kurz | Normalerweise gering; bei erblich bedingtem Haarausfall kann er zunehmen |
Anagen: die Wachstumsphase
In dieser Phase teilen sich die Zellen der Matrix (der Zellschicht am Boden des Follikels, die das Haar bildet) rasch, und das Haar wird jeden Tag ein wenig länger; Kopfhaar wächst etwa einen Zentimeter im Monat. Da die Dauer dieser Phase von Person zu Person verschieden ist, wachsen die Haare mancher Menschen kaum über eine bestimmte Länge hinaus.
Katagen: die Übergangsphase
Die Wachstumssignale lassen nach; in der Matrix hören die Zellteilung und die Bildung des Pigments auf, das dem Haar seine Farbe gibt. Der untere Teil des Follikels bildet sich kontrolliert zurück; das untere Ende des Haares wird zu einem kleinen, farblosen Kolben. Die dermale Papille (eine kleine Struktur am Boden des Follikels, die Wachstumssignale gibt) wird nach oben in Richtung der Wulstregion gezogen, in der die Stammzellen liegen. Der obere Teil des Follikels bleibt dagegen an seinem Platz.
Telogen: die Ruhephase
Das Haar wächst nicht mehr, fällt aber auch nicht sofort aus; es bleibt mit dem Kolben an seinem unteren Ende im Follikel verankert. Das kleine weiße Ende, das Sie beim Kämmen oder Waschen am Wurzelende ausgefallener Haare sehen, ist meist dieser Kolben; es bedeutet nicht, dass der Follikel verloren ist.
Exogen und Kenogen
Diese beiden Phasen wurden erst vor vergleichsweise kurzer Zeit beschrieben und werden nicht in allen Quellen als eigene Phasen gezählt. Exogen ist die Phase, in der sich das ruhende Haar vom Follikel löst und ausfällt. Das alte Haar kann ausfallen, während das neue Haar zu wachsen beginnt, oder auch schon vorher. Fällt es aus, bevor ein neues Haar nachwächst, bleibt der Follikel eine Zeit lang leer; diese Pause nennt man Kenogen. Normalerweise ist sie kurz; bei erblich bedingtem Haarausfall kommt sie häufiger vor und kann länger dauern.
Warum ist es normal, jeden Tag Haare zu verlieren?
Zu jedem Zeitpunkt befinden sich etwa 10–15 % der Haare in der Ruhephase, und diese Haare fallen innerhalb einiger Monate nach und nach aus. Deshalb gilt ein Ausfall von etwa 50–100 Haaren am Tag für die meisten Menschen als normal.
Diese Zahl ist nicht für alle gleich. Wer langes oder dichtes Haar hat, bemerkt den Ausfall möglicherweise stärker. Wenn Sie Ihre Haare selten waschen, fällt ein Teil der Haare, die ohnehin ausfallen würden, erst am Waschtag aus; deshalb kann es so wirken, als würden an diesem Tag mehr Haare ausfallen.
Wenn der Haarausfall deutlich zunimmt, die Haare stellenweise ausfallen, die Kopfhaut juckt, gerötet ist oder schuppt oder Sie bemerken, dass Ihr Haar lichter wird, muss die Ursache abgeklärt werden. Welche Anzeichen Aufmerksamkeit verdienen, erklären wir in unserem Beitrag dazu, wann Haarausfall nicht mehr normal ist. Für die Diagnose empfehlen wir Ihnen, sich an eine Hautärztin oder einen Hautarzt zu wenden.
Wie erklärt der Zyklus Haarausfall?
Telogenes Effluvium: Viele Haare gehen gleichzeitig in die Ruhephase über
Eine Krankheit mit hohem Fieber, eine größere Operation, eine Geburt, starker Stress, rascher Gewichtsverlust oder bestimmte Medikamente können viele Follikel in der Wachstumsphase früher als gewöhnlich in die Ruhephase versetzen. Auch Schilddrüsenprobleme oder Eisenmangel können mit einem ähnlichen Haarausfall zusammenhängen. Da die Ruhephase etwa drei Monate dauert, beginnt der Haarausfall meist zwei bis drei Monate nach dem Auslöser; deshalb bringen die meisten Menschen den Haarausfall nicht sofort mit seiner Ursache in Verbindung.
Dieses Krankheitsbild nennt man telogenes Effluvium. Die Haare werden meist am ganzen Kopf lichter, ohne dass kahle Stellen entstehen. Da die Follikel nicht verloren gehen, erholt sich das Haar oft innerhalb einiger Monate, wenn der Auslöser wegfällt. Der Haarausfall kann jedoch manchmal lange anhalten oder zusammen mit einer anderen Form von Haarausfall auftreten. Deshalb wird die Diagnose bei einer ärztlichen Untersuchung gestellt; aus der Ferne stellen wir keine Diagnose. Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag zum telogenen Effluvium.
Erblich bedingter Haarausfall: Die Wachstumsphase wird kürzer
Bei der androgenetischen Alopezie (Haarausfall, der mit erblicher Veranlagung und Hormonen zusammenhängt) verschiebt sich der Zyklus nicht vorübergehend, sondern verändert sich allmählich. Bei empfindlichen Follikeln wird die Wachstumsphase von Zyklus zu Zyklus kürzer, der Follikel schrumpft (Miniaturisierung), und das Haar, das er bildet, wird immer dünner. Der Anteil der Haare in der Ruhephase nimmt zu, und auch die Pause, in der der Follikel leer bleibt, kann länger werden. Mit der Zeit bleiben in diesen Bereichen dünne, kurze Haare zurück, die die Kopfhaut nicht mehr bedecken. Auffällig ist bei dieser Form weniger die Zahl der täglich ausfallenden Haare als vielmehr, dass die Haare dünner werden und das Haar lichter wird.
Wie erklärt der Zyklus den Haarausfall nach einer Haartransplantation?
Bei einer Haartransplantation werden die Grafts (kleine Gewebestücke mit einem oder mehreren Haaren) meist aus dem Spenderbereich am Hinterkopf und an den Seiten entnommen und in den Empfängerbereich eingesetzt. Die Grafts sind dabei eine Zeit lang außerhalb des Körpers und vom Blutkreislauf getrennt. Nach dieser Belastung tritt ein erheblicher Teil der transplantierten Follikel in die Ruhephase ein; das Haar fällt aus, der Follikel bleibt aber in der Regel in der Haut. Der Eingriff kann auch einen Teil Ihrer eigenen umliegenden Follikel vorzeitig in die Ruhephase versetzen.
Deshalb kann in den Wochen nach dem Eingriff ein Teil der transplantierten oder der umliegenden Haare vorübergehend ausfallen; das nennt man Schockhaarausfall. Wann und in welchem Ausmaß er auftritt, ist von Person zu Person verschieden. Von den umliegenden Haaren, die bereits dünner geworden waren, wachsen manche jedoch möglicherweise nicht nach. Dieses Thema behandeln wir ausführlich in unserem Beitrag zum Schockhaarausfall.
Wenn die Ruhephase endet, tritt der Follikel in eine neue Wachstumsphase ein. Die neuen Haare werden meist innerhalb einiger Monate sichtbar, zunächst als dünne, spärliche Haare; bis sie kräftiger werden und das Ergebnis erkennbar ist, dauert es länger. Da nicht alle Follikel gleichzeitig in den neuen Zyklus eintreten, wirkt das Bild in den ersten Monaten häufig ungleichmäßig. Sowohl diese Zeit als auch die erreichte Dichte sind von Person zu Person verschieden; Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag dazu, wann transplantierte Haare wachsen.
Transplantierte Follikel behalten in der Regel die Eigenschaften des Bereichs, aus dem sie stammen; deshalb werden Haare, die von der Kopfhaut in die Augenbrauen transplantiert wurden, oft länger als Augenbrauenhaare. Die Transplantation verhindert jedoch nicht, dass Ihre eigenen Haare in nicht transplantierten Bereichen ausfallen; dieser Haarausfall kann mit der Zeit fortschreiten. Die schriftlichen Pflegehinweise, die Sie nach dem Eingriff von uns erhalten, haben immer Vorrang vor allgemeinen Informationen.
Was ist am Haarzyklus noch nicht geklärt?
Wie der Zyklus im Großen und Ganzen abläuft, ist gut erforscht; einige Fragen sind jedoch noch offen:
- Was genau löst den Übergang zwischen den Phasen aus? Bekannt ist, dass Signale zwischen der dermalen Papille und den Stammzellen eine Rolle spielen; alle Einzelheiten dieser Steuerung sind jedoch noch nicht geklärt.
- Warum unterscheiden sich die Zahlen von Quelle zu Quelle? Dauer und Anteile der Phasen sind Durchschnittswerte; je nach Alter, Bereich der Kopfhaut und Messmethode werden unterschiedliche Werte angegeben. Wie viele Ihrer Follikel sich in welcher Phase befinden, lässt sich zu Hause nicht messen.
- Bei wem fällt nach der Transplantation wie viel Haar aus? Das lässt sich nicht sicher vorhersagen; auch der genaue Mechanismus dieses Haarausfalls ist noch nicht vollständig geklärt.
- Lässt sich der Zyklus von außen beeinflussen? Die Wirkung mancher Medikamente gegen Haarausfall wird teilweise mit diesem Zyklus in Verbindung gebracht. Ob diese Medikamente für Sie geeignet sind, kann nur Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beurteilen; beginnen Sie nicht eigenmächtig mit der Anwendung. Die Belege zur Wirkung von Vitaminpräparaten, Shampoos und begleitenden Anwendungen auf den Zyklus sind dagegen begrenzt.
Wie berücksichtigen wir den Zyklus bei der Untersuchung?
Wenn Sie wegen Haarausfall zu uns kommen, behalten wir den Zyklus im Blick und sehen uns gemeinsam Folgendes an:
- Wann der Haarausfall begonnen hat und ob es in den Monaten davor einen Auslöser wie hohes Fieber, eine Operation, eine Geburt, starken Stress oder raschen Gewichtsverlust gab
- Ob sich der Haarausfall über den ganzen Kopf verteilt oder auf bestimmte Bereiche konzentriert
- Ob die Haare unterschiedlich dick sind, es also Follikel gibt, die kleiner werden; die Trichoskopie (die Untersuchung der Kopfhaut mit einem vergrößernden Gerät) kann bei dieser Beurteilung helfen
- Welche Medikamente Sie einnehmen und welche Erkrankungen bei Ihnen bekannt sind
Hat der Haarausfall erst vor Kurzem begonnen oder ist seine Ursache unklar, möchten wir die Ursache klären, bevor wir eine Haartransplantation planen. Solange starker Haarausfall anhält, lässt sich schwer beurteilen, wie Ihre Haare aussehen werden, wenn er sich beruhigt hat. Deshalb kann es sein, dass wir die Transplantation verschieben und Ihnen empfehlen, sich an eine Hautärztin oder einen Hautarzt zu wenden.
Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt; auch die Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden.
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Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer; wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp bei Ihnen. In diesem Formular fragen wir weder Gesundheitsdaten noch Fotos ab.
Wie geht es weiter?
- Wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp und vereinbaren mit Ihnen einen passenden Termin für das Vorgespräch.
- Im Vorgespräch hören wir uns Ihre Erwartungen an und erklären Ihnen den Eingriff und den Ablauf. Falls Fotos nötig sind, sagen wir Ihnen gesondert, wie Sie sie teilen können.
- Ob ein Eingriff für Sie geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung entschieden. Kosten und Termine besprechen wir nach der Planung.