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Schockhaarausfall nach einer Haartransplantation: Warum kommt es dazu, und ist er dauerhaft?
Dass der Empfängerbereich in den Wochen nach einer Haartransplantation eine Zeit lang lichter wird, kommt häufig vor. Wir erklären, warum das so ist, wann es in der Regel vorübergeht und warum bereits dünner gewordene Haare nicht immer nachwachsen.
In diesem Beitrag
Was ist Schockhaarausfall?
Schockhaarausfall bedeutet, dass in den Wochen nach einer Haartransplantation ein Teil der transplantierten Haare oder der Haare in ihrer Umgebung vorübergehend ausfällt. Wann und in welchem Ausmaß das geschieht, ist von Person zu Person verschieden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch umfasst der Begriff zwei verschiedene Vorgänge: den Ausfall der transplantierten Haare und den Ausfall Ihrer eigenen Haare, die im Empfängerbereich oder in seiner Umgebung bereits vorhanden sind. In der medizinischen Fachliteratur wird die Bezeichnung „Schockhaarausfall“ oder „postoperatives Effluvium“ (vorübergehender Haarausfall nach einem Eingriff) meist für den zweiten Fall verwendet; dass die transplantierten Haare in den ersten Wochen ausfallen, gilt dagegen als erwarteter Teil des Ablaufs. Es ist wichtig, die beiden auseinanderzuhalten, denn sie verlaufen nicht immer gleich.
In beiden Fällen geschieht im Grunde etwas Ähnliches: Das Haar fällt aus, der Follikel (die Wurzel, die das Haar bildet) bleibt aber meist in der Haut und beginnt nach einer Ruhephase wieder, ein Haar zu bilden. Nicht jedes ausgefallene Haar bedeutet also, dass auch die Wurzel verloren ist.
Warum kommt es zum Schockhaarausfall?
Jeder Follikel durchläuft einen Zyklus aus Wachstumsphase (Anagen), Übergangsphase (Katagen) und Ruhephase (Telogen); diesen Zyklus erklären wir in unserem Beitrag zum Haarzyklus. Ist ein Follikel in der Wachstumsphase einer plötzlichen Belastung ausgesetzt, kann er diese Phase vorzeitig beenden, in die Ruhephase übergehen und sein Haar abgeben. Auch der Schockhaarausfall lässt sich meist durch eine solche Verschiebung im Zyklus erklären; das Besondere daran ist, dass sie den Empfängerbereich und seine Umgebung zur selben Zeit betrifft.
Bei den transplantierten Haaren
Die Grafts (kleine Gewebestücke mit einem oder mehreren Haaren) sind von der Entnahme an, bis sie in die Kanäle eingesetzt werden, vom Blutkreislauf getrennt; auch an der neuen Stelle wird ihre Versorgung nicht sofort, sondern erst nach und nach wieder aufgebaut. Die meisten transplantierten Follikel geben in den folgenden Wochen ihr Haar ab; man nimmt an, dass sie auf diese Belastung reagieren, indem sie in die Ruhephase übergehen.
Bei Ihren eigenen umliegenden Haaren
Haben Sie im Empfängerbereich eigene Haare, werden die Kanäle zwischen diesen Haaren geöffnet. Als mögliche Faktoren, die dazu beitragen, dass auch diese Follikel betroffen sind, gelten die Belastung des Gewebes beim Öffnen der Kanäle, die anschließende Schwellung und Heilungsreaktion sowie vorübergehende Veränderungen der Durchblutung in diesem Bereich. Auch von ihnen kann ein Teil vorzeitig in die Ruhephase übergehen und sein Haar abgeben. Seltener kann ein ähnlicher Haarausfall auch die verbliebenen Haare im Spenderbereich betreffen, aus dem die Grafts entnommen wurden.
Man vergleicht dieses Bild mit einer auf den Empfängerbereich begrenzten Form des telogenen Effluviums, das sonst den ganzen Kopf betrifft. Wann der Haarausfall beginnt und wie lange er anhält, kann jedoch von Person zu Person verschieden sein. Wie dieser Vorgang im Einzelnen abläuft und welcher Faktor wie viel dazu beiträgt, ist nicht vollständig bekannt; wahrscheinlich wirken mehrere Faktoren zusammen.
Wann beginnt er, und wann geht er vorüber?
Der Haarausfall beginnt meist in den Wochen nach dem Eingriff und kann eine Zeit lang anhalten. Dass beim Ablösen der Krusten auch einige kurze Haare mit ausfallen, ist dagegen ein normaler Teil der Heilung und bedeutet meist nicht, dass das Graft verloren ist.
Ein Follikel, der sein Haar abgegeben hat, ruht eine Zeit lang; auf der Kopfhaut dauert die Ruhephase unter normalen Umständen einige Monate. Deshalb ist der Empfängerbereich in den ersten Monaten oft am lichtesten. Sind auch die umliegenden Haare ausgefallen, kann der Bereich eine Zeit lang sogar lichter wirken als vor dem Eingriff. Dieser Anblick kann beunruhigen; für sich allein zeigt er jedoch nicht, wie das Ergebnis ausfallen wird.
Die transplantierten Haare beginnen in der Regel innerhalb einiger Monate zu wachsen, zunächst als dünne, spärliche Haare. Gesunde Haare, die vorübergehend ausgefallen sind, wachsen meist in einem ähnlichen Zeitraum nach. Bis die Haare kräftiger werden und das Ergebnis erkennbar ist, dauert es länger; auch diese Zeit ist von Person zu Person verschieden. Den zeitlichen Ablauf erklären wir ausführlich in unserem Beitrag dazu, wann transplantierte Haare wachsen.
Ist Schockhaarausfall dauerhaft?
Meist nicht; das gilt jedoch nicht für jedes Haar gleichermaßen. Ob ein ausgefallenes Haar nachwächst, hängt weitgehend davon ab, in welchem Zustand es vor dem Ausfall war.
| Haare | Was geschieht? | Wachsen sie in der Regel nach? |
|---|---|---|
| Transplantierte Haare | Die meisten Follikel geben ihr Haar ab, bleiben aber in der Regel in der Haut und bilden nach der Ruhephase ein neues Haar. | Meist ja; die neuen Haare beginnen in der Regel im Laufe der folgenden Monate zu wachsen. |
| Gesunde umliegende Haare | Ein Teil kann vorzeitig in die Ruhephase übergehen und ausfallen. | Meist ja; sie wachsen in der Regel innerhalb einiger Monate nach. |
| Bereits dünner gewordene (miniaturisierte) umliegende Haare | Der bereits geschrumpfte Follikel tritt nach der Belastung möglicherweise nicht wieder in die Wachstumsphase ein. | Nicht immer; manche wachsen möglicherweise nicht nach. |
| Verbliebene Haare im Spenderbereich | Seltener kann das Haar in dem Bereich, aus dem die Grafts entnommen wurden, vorübergehend lichter werden. | Diese Ausdünnung bildet sich meist zurück. An den Stellen, an denen Grafts entnommen wurden, wächst dagegen kein neues Haar nach; das ist etwas anderes als Schockhaarausfall. |
Miniaturisierung (das Schrumpfen der Haarwurzel) bedeutet, dass empfindliche Follikel bei erblich bedingtem Haarausfall von Zyklus zu Zyklus kleiner werden und immer dünnere und kürzere Haare bilden; das erklären wir in unserem Beitrag zum Haarausfall vom männlichen Typ. Ein Teil dieser Follikel hätte seine Funktion auch ohne Transplantation mit der Zeit verlieren können; der Schockhaarausfall kann diesen Vorgang zeitlich vorziehen.
In diesem Fall wächst ein Teil Ihrer eigenen Haare im Empfängerbereich möglicherweise nicht nach, und der Unterschied, den die Transplantation in diesem Bereich macht, kann kleiner wirken, als Sie erwartet haben. Das möchten wir offen ansprechen: Ob nach einem Schockhaarausfall jedes Haar nachwächst, können wir nicht im Voraus sagen. Die Transplantation verhindert auch nicht, dass Ihre eigenen Haare in nicht transplantierten Bereichen ausfallen; dieser Haarausfall kann mit der Zeit fortschreiten.
Bei wem tritt er häufiger auf?
In der Fachliteratur wird beschrieben, dass Schockhaarausfall in folgenden Fällen häufiger auftritt:
- Wenn Sie im Empfängerbereich noch viele eigene Haare haben und die Grafts zwischen diese Haare eingesetzt werden sollen
- Wenn ein großer Teil dieser Haare bereits dünner geworden ist
- Wenn Ihr Haarausfall noch rasch fortschreitet
- Bei Frauen, da bei ihnen meist zwischen vorhandene Haare transplantiert wird
Trifft einer dieser Punkte auf Sie zu, heißt das nicht, dass es zum Schockhaarausfall kommen wird; er kann auch auftreten, wenn keiner davon zutrifft. Diese Faktoren zeigen nur, dass wir die Möglichkeit bei der Planung sorgfältiger abwägen müssen.
Was wissen wir noch nicht?
- Bei wem und in welchem Ausmaß er auftritt: Bei zwei Menschen, die nach einem ähnlichen Plan behandelt wurden, kann der Schockhaarausfall ganz unterschiedlich verlaufen, und der Grund für diesen Unterschied ist nicht vollständig bekannt. Bei der Untersuchung können wir auf Risikofaktoren achten; ob es zum Haarausfall kommt und wie stark er ausfällt, lässt sich jedoch nicht im Voraus abschätzen.
- Welche dünner gewordenen Haare nachwachsen: Ob ein miniaturisierter Follikel nach der Belastung wieder ein Haar bildet, können wir nicht im Voraus zuverlässig vorhersagen.
- Lässt er sich ganz verhindern? Eine sorgfältige Technik, bei der darauf geachtet wird, die Wurzeln der vorhandenen Haare nicht zu schädigen, kann helfen, das Risiko zu verringern; eine Methode, die Schockhaarausfall vollständig verhindert, ist jedoch nicht bekannt.
- Die Rolle von Medikamenten: Manche Ärztinnen und Ärzte sind der Ansicht, dass Medikamente gegen Haarausfall, die rund um den Eingriff angewendet werden, den Schockhaarausfall verringern können; die Belege dafür sind begrenzt. Ob ein solches Medikament für Sie geeignet ist, kann nur Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer Beurteilung entscheiden. Wenn Sie derzeit ein Medikament einnehmen, teilen Sie uns das bei der Untersuchung mit; beginnen Sie nicht auf eigene Faust mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, und setzen Sie ein Medikament, das Sie einnehmen, nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen.
- Begleitende Anwendungen: Die Belege dafür, dass Anwendungen wie PRP den Schockhaarausfall verringern oder die Erholung beschleunigen, sind begrenzt.
Wie gehen wir bei der Untersuchung und in der Nachsorge mit Schockhaarausfall um?
Bei der Untersuchung sehen wir uns nicht nur die lichten Bereiche an, sondern auch Ihre eigenen Haare, die im geplanten Empfängerbereich noch vorhanden sind. Anhand der Unterschiede in der Haardicke beurteilen wir, wie viele dieser Haare bereits dünner geworden sind; eine Untersuchung der Kopfhaut mit einem vergrößernden Gerät (Trichoskopie) kann dabei helfen. Über die Möglichkeit eines Schockhaarausfalls und darüber, dass bereits dünner gewordene Haare möglicherweise nicht nachwachsen, sprechen wir vor dem Eingriff offen mit Ihnen.
Beim Öffnen der Kanäle und beim Einsetzen der Grafts achten wir darauf, die Wurzeln der vorhandenen Haare nicht zu schädigen. Nach dem Eingriff erhalten Sie von uns schriftliche Pflegehinweise; weichen diese von den allgemeinen Informationen in diesem Beitrag ab, richten Sie sich nach Ihren Pflegehinweisen. Den allgemeinen Rahmen der Pflege erklären wir auf der Seite Nachsorge nach Haartransplantation.
In den Nachsorgegesprächen beurteilen wir neben dem Empfängerbereich auch den allgemeinen Zustand Ihrer Haare. In folgenden Fällen melden Sie sich bitte bei uns, ohne auf das Nachsorgegespräch zu warten:
- Wenn sich der Haarausfall über den Empfängerbereich hinaus ausbreitet, kahle Stellen entstehen oder der Haarausfall auch nach Monaten nicht nachlässt
- Wenn im Empfänger- oder Spenderbereich zunehmende Schmerzen, Rötung, Schwellung oder Nässen auftreten oder wenn Sie Fieber bekommen
Im Notfall oder wenn Sie uns nicht erreichen, wenden Sie sich an die nächstgelegene medizinische Einrichtung. Vermuten wir, dass der Haarausfall eine Ursache hat, die nichts mit der Haartransplantation zu tun hat, empfehlen wir Ihnen, sich zur Abklärung an eine Hautärztin oder einen Hautarzt zu wenden; online stellen wir keine Diagnose. Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt; auch Heilungsverlauf und Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden.
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Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer; wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp bei Ihnen. In diesem Formular fragen wir weder Gesundheitsdaten noch Fotos ab.
Wie geht es weiter?
- Wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp und vereinbaren mit Ihnen einen passenden Termin für das Vorgespräch.
- Im Vorgespräch hören wir uns Ihre Erwartungen an und erklären Ihnen den Eingriff und den Ablauf. Falls Fotos nötig sind, sagen wir Ihnen gesondert, wie Sie sie teilen können.
- Ob ein Eingriff für Sie geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung entschieden. Kosten und Termine besprechen wir nach der Planung.