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Was ist ein Haarfollikel? Aufbau und Teile der Haarwurzel
Jedes Haar, das Sie sehen, wird in einer kleinen Struktur in der Haut gebildet: im Follikel. Wir erklären, aus welchen Teilen der Follikel besteht, wie er arbeitet und warum er für die Planung einer Haartransplantation wichtig ist.
In diesem Beitrag
Was ist ein Haarfollikel?
Der Haarfollikel ist der Ort, an dem das Haar gebildet wird: eine lebende Struktur, die in die Haut eingebettet ist und einer feinen Röhre ähnelt. Umgangssprachlich sprechen wir von der „Haarwurzel“. Das Haar, das aus der Haut herauswächst, ist dagegen nicht lebendig; es besteht aus verhornten Zellen, die reich an Keratin sind (einem festen Eiweiß, aus dem Haare und Nägel bestehen).
Ein Follikel in der Wachstumsphase reicht bis in die tieferen Hautschichten, manchmal bis in das Fettgewebe unter der Haut. Auf der Kopfhaut wachsen Zehntausende Haare; wie viele es genau sind, ist von Person zu Person verschieden. Die Follikel sind auf der Kopfhaut nicht einzeln verteilt, sondern bilden meist kleine Gruppen, in denen ein bis vier Haare gemeinsam aus der Haut treten. Diese Gruppen nennt man follikuläre Einheiten (natürliche Haargruppen); auch die Grafts, die wir bei der FUE (der Methode, bei der die Grafts einzeln entnommen werden) gewinnen, sind in der Regel solche Einheiten.
Die Follikel entstehen schon vor der Geburt; unter normalen Umständen bilden sich in der Kopfhaut Erwachsener keine neuen Follikel, Ihre Follikelzahl nimmt im Laufe des Lebens also nicht zu. Auch eine Haartransplantation erhöht diese Zahl nicht; sie verlagert vorhandene Follikel in einen anderen Bereich.
Aus welchen Teilen besteht der Follikel?
In der folgenden Tabelle haben wir die Teile des Follikels von der Hautoberfläche in die Tiefe aufgeführt. Die beiden benachbarten Strukturen, die Talgdrüse und der Haaraufrichtermuskel, bilden zusammen mit dem Follikel die sogenannte pilosebazäre Einheit (Einheit aus Haar und Talgdrüse).
| Teil | Lage | Funktion |
|---|---|---|
| Infundibulum (Trichterteil) | Von der Hautoberfläche bis zur Mündung der Talgdrüse | Durch diesen Kanal tritt das Haar nach außen; hier mündet auch das Sekret der Talgdrüse. |
| Isthmus (Halsteil) | Zwischen der Mündung der Talgdrüse und dem Ansatz des Haaraufrichtermuskels | Kurzer Zwischenabschnitt, der den oberen mit dem unteren Teil des Follikels verbindet. |
| Wulstregion (Bulge) | Unteres Ende des Isthmus, auf Höhe der Stelle, an der der Haaraufrichtermuskel am Follikel ansetzt | Hier liegt ein großer Teil der Stammzellen des Follikels; sie sind daran beteiligt, dass sich der untere Teil in jeder neuen Wachstumsphase neu bildet. |
| Haarzwiebel (Bulbus) | Das verdickte untere Ende des Follikels | Die Matrix darin (die Zellschicht, die das Haar bildet) teilt sich rasch und bildet so das Haar; Pigmentzellen (Melanozyten) geben dem Haar seine Farbe. |
| Dermale Papille | Kleine Bindegewebsstruktur, die in einer Vertiefung am Boden der Haarzwiebel sitzt | Enthält feine Blutgefäße (Kapillaren) und sendet Wachstumssignale an die Matrix. Ihre Größe hängt mit der Dicke des gebildeten Haares zusammen. |
| Talgdrüse | Neben dem Follikel; ihr Ausführungsgang mündet in das Infundibulum | Bildet das fettige Sekret (Talg), das Haar und Haut geschmeidig hält. |
| Haaraufrichtermuskel (Arrector pili) | Verläuft schräg von der Höhe der Wulstregion zur Hautoberfläche | Zieht er sich zusammen, richtet er das Haar auf; die Gänsehaut bei Kälte geht auf diesen Muskel zurück. |
Im Follikel ist das Haar von mehreren Schichten umhüllt. Die innere und die äußere Wurzelscheide (Zellschichten, die das Haar umgeben) formen und stützen das Haar; ganz außen liegt eine dünne Hülle aus Bindegewebe.
Wie bildet der Follikel das Haar?
Die Bildung des Haares beginnt in der Haarzwiebel. Angeregt durch Signale aus der dermalen Papille teilen sich die Matrixzellen, und die neuen Zellen werden nach oben geschoben. Auf ihrem Weg nach oben füllen sich diese Zellen mit Keratin, verhärten und sterben ab; so entsteht das Haar, und es wird länger, solange von unten neue Zellen nachkommen.
Die Pigmentzellen geben dabei Farbstoff (Melanin) an das Haar ab. Dass die Pigmentbildung mit dem Alter nachlässt, hängt mit dem Ergrauen der Haare zusammen.
Eine Struktur, die in Zyklen arbeitet
Der Follikel bildet nicht ununterbrochen Haar; er durchläuft einen Zyklus aus Wachstumsphase (Anagen), Übergangsphase (Katagen) und Ruhephase (Telogen). In der Übergangsphase bildet sich der untere Teil des Follikels zurück und wird kürzer. Am Ende der Ruhephase tritt der Follikel wieder in die Wachstumsphase ein: Die Stammzellen in der Wulstregion werden durch Signale aus der dermalen Papille aktiviert, der untere Teil bildet sich neu, und aus demselben Follikel wächst ein neues Haar. Das alte Haar fällt meist in dieser Zeit aus.
Der obere Teil des Follikels (Infundibulum und Isthmus) bleibt dabei an seinem Platz. Dass jeden Tag eine gewisse Menge Haare ausfällt, ist ebenfalls ein normaler Teil dieses Zyklus.
Was geschieht bei Haarausfall mit dem Follikel?
Bei der androgenetischen Alopezie (Haarausfall, der mit erblicher Veranlagung und Hormonen zusammenhängt), der häufigsten Form des Haarausfalls, verschwinden die Follikel nicht plötzlich, sondern werden zunächst kleiner (Miniaturisierung). Beim Haarausfall vom männlichen Typ schrumpfen genetisch empfindliche Follikel von Zyklus zu Zyklus unter dem Einfluss des Hormons Dihydrotestosteron (DHT), das aus Testosteron entsteht; beim Haarausfall vom weiblichen Typ ist die Rolle der Hormone komplexer. Die Wachstumsphase wird kürzer; das Haar, das der Follikel bildet, wird immer dünner, kürzer und heller. Mit der Zeit bleiben feine, flaumartige Haare zurück, die die Kopfhaut nicht mehr bedecken.
Die Follikel am Hinterkopf und an den Seiten sind dagegen bei den meisten Menschen weniger empfindlich gegenüber diesem Einfluss; deshalb entnehmen wir die Grafts in der Regel dort, also im Spenderbereich. Diese Follikel behalten ihre Eigenschaften in der Regel auch dann, wenn sie in einen anderen Bereich verpflanzt werden; auf diesem Grundprinzip beruht die Haartransplantation. Dennoch kann auch der Spenderbereich mit dem Alter oder bei bestimmten Formen von Haarausfall dünner werden; deshalb beurteilen wir auch ihn bei der Untersuchung sorgfältig.
Manche Medikamente gegen Haarausfall sollen diesen Verkleinerungsprozess im Follikel verlangsamen. Ob diese Medikamente für Sie geeignet sind, kann nur Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beurteilen; beginnen Sie nicht eigenmächtig mit der Anwendung.
Nicht jeder Haarausfall verläuft so. Wenn Ihre Haare stellenweise oder innerhalb kurzer Zeit stark ausfallen oder wenn der Haarausfall von Juckreiz, Rötung, Schuppung oder Brennen begleitet wird, muss die Ursache gesondert abgeklärt werden. Bei manchen Erkrankungen der Kopfhaut kann Narbengewebe an die Stelle des Follikels treten. In solchen Fällen empfehlen wir Ihnen, sich zur Diagnose an eine Hautärztin oder einen Hautarzt zu wenden.
Warum wird der Follikel bei der Haartransplantation als Ganzes entnommen?
Bei einer Haartransplantation verpflanzen wir nicht das Haar, sondern den Follikel, der es bildet. Damit der Follikel an seinem neuen Ort weiter Haar bilden kann, ist es wichtig, ihn unbeschädigt zu entnehmen: mit Haarzwiebel, dermaler Papille, Wulstregion und den umgebenden Hüllen.
Bei der FUE lösen wir jedes Graft mit einem Instrument mit feiner Spitze aus dem umgebenden Gewebe und entnehmen es. Der Follikel verläuft unter der Haut nicht senkrecht, sondern schräg, und seine Richtung kann sich leicht ändern. Weicht die Spitze des Instruments von diesem Verlauf ab, kann sie den Follikel quer durchtrennen; das nennt man Transsektion (Durchtrennung des Follikels). Ob ein durchtrennter oder gequetschter Follikel an seinem neuen Ort Haar bildet, lässt sich nicht vorhersagen.
Deshalb passen wir bei der Entnahme Winkel und Tiefe an den Verlauf des Follikels unter der Haut an. Bei Afro- und stark gelocktem Haar ist der Follikel auch unter der Haut gekrümmt, deshalb erfordert dieser Schritt besondere Sorgfalt; die Einzelheiten erklären wir auf der Seite zur Afro-Haartransplantation.
Auch außerhalb des Körpers ist das Graft lebendes Gewebe; es darf nicht austrocknen, und die Haarzwiebel darf nicht gequetscht werden. Wir setzen die Grafts mit einer Pinzette oder mit dem Implanter-Stift in vorab geöffnete Kanäle ein; beide Ansätze stellen wir auf der Seite Methoden der Haartransplantation nebeneinander vor.
In den Wochen nach der Transplantation kann ein Teil der transplantierten oder der umliegenden Haare vorübergehend ausfallen; das nennt man Schockhaarausfall. Auch wenn ein transplantiertes Haar ausfällt, bleibt der Follikel in der Regel in der Haut und tritt in einen neuen Wachstumszyklus ein. Umliegende Haare, die bereits dünner geworden waren, wachsen jedoch nicht immer nach. Bis neue Haare wachsen, vergehen Monate, und diese Zeit ist von Person zu Person verschieden. Worauf Sie in dieser Zeit achten sollten, erklären wir auf der Seite Nachsorge nach Haartransplantation; die schriftlichen Pflegehinweise, die Sie von uns erhalten, haben immer Vorrang.
Werden mit dem Graft nicht auch Stammzellen verpflanzt?
Ein unbeschädigt entnommenes Graft enthält auch die Wulstregion und die Stammzellen darin. Diese Zellen tragen jedoch dazu bei, dass ihr eigener Follikel seinen Zyklus fortsetzt; dass sie umliegende, dünner gewordene Follikel erneuern oder neue Follikel bilden, ist nicht zu erwarten. Deshalb ist eine Haartransplantation keine Stammzelltherapie. Was heute über Stammzellanwendungen bekannt ist, erklären wir auf der Seite zur autologen Stammzellanwendung.
Was wissen wir noch nicht?
Der Aufbau des Follikels ist gut erforscht; einige Fragen sind jedoch noch offen:
- Warum sind manche Follikel empfindlich und andere nicht? Bekannt ist, dass die erbliche Veranlagung und Unterschiede in der Hormonempfindlichkeit zwischen den Bereichen der Kopfhaut eine Rolle spielen; woher dieser Unterschied kommt, ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.
- Wie lange bildet ein schrumpfender Follikel noch Haar? Wie lange ein verkleinerter Follikel seine Funktion behält, lässt sich nicht sicher vorhersagen.
- Lassen sich neue Follikel erzeugen? Im Labor wird daran geforscht, neue Follikel zu bilden; diese Ansätze befinden sich jedoch noch im Versuchsstadium und sind heute keine Behandlung, die angeboten werden kann.
- Was bewirken begleitende Anwendungen am Follikel? Die Belege zur Wirkung von Anwendungen wie PRP oder Mesotherapie auf den Follikel sind begrenzt. Die meisten Studien sind klein, und ihre Methoden unterscheiden sich.
Wie beurteilen wir Ihre Follikel bei der Untersuchung?
Der Plan für eine Haartransplantation beruht auf dem heutigen Zustand Ihrer Follikel. Dabei kann auch eine Untersuchung der Kopfhaut mit einem vergrößernden Gerät (Trichoskopie) helfen. Gemeinsam sehen wir uns Folgendes an:
- Wie dicht die follikulären Einheiten im Spenderbereich stehen und wie viele Haare eine Einheit meist enthält
- Die Dicke und Wellung Ihrer Haare und den Kontrast zwischen Haar- und Hautfarbe
- Ob es im Empfängerbereich Follikel gibt, die dünner geworden sind, aber noch Haar bilden
- Ob auch der Spenderbereich Anzeichen von Ausdünnung zeigt
- Ob die Ursache des Haarausfalls bekannt ist und wie er verläuft
Gibt es im Empfängerbereich noch Follikel, die Haar bilden, planen wir, die Grafts so zwischen sie zu setzen, dass sie nicht beschädigt werden. Diese Haare können auch nach der Transplantation weiter dünner werden; die Transplantation verhindert das nicht. Deshalb berücksichtigen wir bei der Planung auch, wie der Haarausfall künftig fortschreiten könnte.
Diese Angaben helfen uns festzulegen, welche Methode für Sie geeignet ist und in welchem Umfang wir Ihre zahlenmäßig begrenzten Spenderfollikel nutzen können.
Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt; auch die Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden.
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- Im Vorgespräch hören wir uns Ihre Erwartungen an und erklären Ihnen den Eingriff und den Ablauf. Falls Fotos nötig sind, sagen wir Ihnen gesondert, wie Sie sie teilen können.
- Ob ein Eingriff für Sie geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung entschieden. Kosten und Termine besprechen wir nach der Planung.