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Helfen Haarvitamine und Biotin gegen Haarausfall?
Beginnt der Haarausfall, denken viele zuerst an Haarvitamine. Wir erklären, was über Biotin bekannt ist, welche Mängel mit Laboruntersuchungen abgeklärt werden und warum Sie vor einer Laboruntersuchung Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Bescheid geben sollten.
In diesem Beitrag
Stoppen Haarvitamine den Haarausfall?
Wenn in Ihrem Körper kein Mangel besteht, gibt es dafür keine belastbaren Belege: Bei Menschen ohne Mangel wurde nicht nachgewiesen, dass Haarvitamine oder Biotin den Haarausfall stoppen oder verringern. Anders ist es, wenn ein Mangel zum Haarausfall beiträgt; dann kann der Ausgleich des Mangels helfen, den Haarausfall zu verringern. Dafür muss aber zuerst durch eine ärztliche Beurteilung geklärt werden, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt.
Produkte, die als „Haarvitamine“ verkauft werden, enthalten meist nicht nur ein einzelnes Vitamin, sondern eine Mischung. Darin finden sich in unterschiedlichen Mengen Biotin, Zink, Eisen, Vitamin D, andere B-Vitamine, einige Aminosäuren (die Bausteine der Eiweiße) und manchmal Pflanzenextrakte.
Der erblich bedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache von Haarausfall und entsteht nicht durch einen Vitaminmangel. Auch bei vorübergehendem, diffusem Haarausfall nach einer Krankheit, einer Geburt oder starkem Stress ist die Ursache meist kein Vitaminmangel; diesen Haarausfall erklären wir in unserem Beitrag zum telogenen Effluvium.
Was bewirkt Biotin für die Haare?
Biotin (auch Vitamin B7 oder Vitamin H genannt) ist ein B-Vitamin, das bestimmte Enzyme brauchen, damit der Körper Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße verwerten kann. Es kommt in Lebensmitteln wie Eigelb, Nüssen, Hülsenfrüchten und Leber vor. Da die meisten Ernährungsweisen ausreichend Biotin liefern, ist ein Mangel selten.
Bei einem Mangel können Haarausfall oder dünner werdendes Haar auftreten; hinzukommen kann ein geröteter, schuppiger Ausschlag rund um Augen, Nase und Mund. Ursache eines solchen Mangels können ein erblicher, seltener Enzymmangel, der Verzehr von rohem Eiklar über lange Zeit, bestimmte Medikamente gegen Epilepsie oder eine langfristige künstliche Ernährung über die Vene sein.
Veröffentlichungen, die über einen Nutzen von Biotin für die Haare berichten, betreffen weitgehend Menschen mit einem Mangel oder einem anderen zugrunde liegenden Haar- oder Nagelproblem. Da Biotin wasserlöslich ist, wird ein Überschuss größtenteils mit dem Urin ausgeschieden; dass eine höhere Zufuhr den Haaren zusätzlich nützt, wurde ebenfalls nicht nachgewiesen. Bei hohen Mengen steigt aber der Biotinspiegel im Blut, und das kann manche Laboruntersuchungen beeinflussen.
Welche Mängel werden mit Laboruntersuchungen abgeklärt?
Wenn die Ursache des Haarausfalls gesucht wird, kann die Ärztin oder der Arzt je nach Vorgeschichte und Untersuchungsbefund bestimmte Laboruntersuchungen veranlassen. Eine Liste, die für alle gleich ist, gibt es nicht. Am häufigsten werden folgende Mängel mit den Haaren in Verbindung gebracht:
| Mangel | Zusammenhang mit den Haaren | Wie wird er festgestellt? |
|---|---|---|
| Eisen | Niedrige Eisenspeicher können diffusen Haarausfall begleiten und sind bei Frauen mit starker Regelblutung häufig. Welcher Wert für die Haare eine Rolle spielt, ist umstritten. | Blutbild und Ferritin (der Blutwert, der die Eisenspeicher anzeigt) |
| Vitamin D | Niedrige Werte wurden bei manchen Formen von Haarausfall häufiger beschrieben; ob die Einnahme von Vitamin D den Haarausfall verringert, ist dagegen nicht geklärt. | 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel im Blut |
| Zink | Ein ausgeprägter Mangel kann zu Haarausfall führen; liegt kein Mangel vor, wurde ein Nutzen von Zinkpräparaten nicht nachgewiesen. | Zinkspiegel im Blut, wenn die Ärztin oder der Arzt es für nötig hält |
| Biotin | Ein Mangel ist selten; die Anzeichen haben wir oben beschrieben. | Keine Routineuntersuchung; die Beurteilung erfolgt anhand von Vorgeschichte und Beschwerden |
| Eiweiß und Kalorien | Strenge Diäten und schneller Gewichtsverlust können einen diffusen Haarausfall auslösen, der einige Monate später beginnt. | Fragen zur Ernährung; bei Bedarf Laboruntersuchungen, die die Ärztin oder der Arzt veranlasst |
Schilddrüsenprobleme sind kein Vitaminmangel, gehören aber zu den Ursachen von Haarausfall, nach denen häufig gesucht wird; deshalb werden oft auch die Schilddrüsenwerte bestimmt.
Wird ein Mangel festgestellt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, welches Präparat Sie in welcher Menge und wie lange einnehmen; außerdem wird geklärt, wodurch der Mangel entstanden ist. Deshalb empfehlen wir in diesem Beitrag keine Marken, Produkte oder Mengen.
Mehr ist nicht immer besser. Nimmt man manche Stoffe wie Vitamin A und Selen in zu großen Mengen ein, kann das zu Haarausfall führen; nimmt man über lange Zeit hohe Mengen Zink ein, kann zudem der Kupferspiegel im Körper sinken. Wer mehrere Nahrungsergänzungsmittel gleichzeitig verwendet, nimmt womöglich unbemerkt zu viel von demselben Stoff ein.
Wie beeinflusst Biotin Laborergebnisse?
Viele Laboruntersuchungen nutzen bei der Messung die Eigenschaft von Biotin, sich sehr fest an bestimmte Eiweiße zu binden. Ist Ihr Biotinspiegel im Blut hoch, können manche dieser Tests zu hohe, andere zu niedrige Ergebnisse liefern. Ob ein Test beeinflusst wird und in welche Richtung, hängt von der Methode ab, die das Labor verwendet.
Manche Produkte für Haare, Haut und Nägel enthalten Biotin in Mengen, die weit über dem täglichen Bedarf liegen. Zu den Tests, die beeinflusst werden können, gehören:
- Schilddrüsenwerte: Die Ergebnisse können so aussehen, als arbeite die Schilddrüse zu stark; das kann zu einer falschen Diagnose oder einer unnötigen Behandlung führen.
- Troponin: Bei manchen Varianten dieses Tests, der bei der Diagnose eines Herzinfarkts verwendet wird, kann das Ergebnis zu niedrig ausfallen.
Auch einige andere Hormonuntersuchungen und Tests können beeinflusst werden. Wenn Sie ein biotinhaltiges Produkt einnehmen, sagen Sie es deshalb vor einer Laboruntersuchung Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und dem Labor. Ob und wann Sie die Einnahme unterbrechen müssen, hängt von der eingenommenen Menge und vom Test ab; fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wenn Sie wegen eines Notfalls wie Brustschmerzen eine medizinische Einrichtung aufsuchen, geben Sie ebenfalls an, dass Sie Biotin einnehmen.
Wenn Sie während der Einnahme von Biotin ein unerwartetes Laborergebnis erhalten haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie mit einem Medikament beginnen oder Ihr Medikament absetzen.
Wann sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?
Bevor Sie mit Nahrungsergänzungsmitteln beginnen, ist es sinnvoller, die Ursache des Haarausfalls zu klären. In folgenden Fällen ist es ratsam, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, am besten eine Hautärztin oder einen Hautarzt:
- Haarausfall, der innerhalb weniger Wochen deutlich zunimmt oder länger als sechs Monate anhält
- Stellenweiser Haarausfall oder Juckreiz, Schmerzen, Rötung oder Schuppung der Kopfhaut
- Haarausfall zusammen mit Abgeschlagenheit, starken Regelblutungen oder einer unerklärlichen Gewichtsveränderung
- Haarausfall, der nach einer strengen Diät, einem schnellen Gewichtsverlust oder einer Zeit mit sehr eingeschränkter Ernährung beginnt
Ob ein Mangel vorliegt, ist von Person zu Person verschieden; Ihre Ernährung, Ihre Regelblutungen, die Medikamente, die Sie einnehmen, und wie gut der Darm Nährstoffe aufnimmt, spielen dabei eine Rolle. Wenn Sie schwanger sind, stillen, regelmäßig Medikamente einnehmen oder eine chronische Erkrankung haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Auf welche Warnzeichen Sie achten sollten, erklären wir in unserem Beitrag dazu, wann Haarausfall nicht mehr normal ist.
Worauf achten wir bei der Untersuchung?
Wenn Sie wegen Haarausfall zu uns kommen, fragen wir nach dem Beginn des Haarausfalls, nach Ihrer Ernährung und nach allen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln, die Sie einnehmen; Art und Verteilung des Haarausfalls sehen wir uns gemeinsam an. Anhand von Fotos oder Nachrichten stellen wir keine Diagnose. Ist die Ursache des Haarausfalls unklar, empfehlen wir Ihnen, sich für Laboruntersuchungen und eine Beurteilung an eine Hautärztin oder einen Hautarzt zu wenden.
Ob bestimmte Medikamente, die bei erblich bedingtem Haarausfall eingesetzt werden, für Sie geeignet sind, lässt sich nur durch die Beurteilung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes klären. Für unterstützende Anwendungen wie PRP und Haar-Mesotherapie sind die Belege begrenzt; wenn sie als geeignet eingeschätzt werden, besprechen wir sie als zusätzliche Option neben der Behandlung, die auf die Ursache des Haarausfalls abzielt. Für Bereiche, in denen keine Haarwurzeln mehr vorhanden sind, ziehen wir eine Haartransplantation in Betracht.
Wenn eine Haartransplantation geplant ist, teilen Sie uns vorab alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mit, die Sie einnehmen; die Gründe erklären wir im Beitrag Vorbereitung auf die Haartransplantation. Müssen Sie etwas vorübergehend absetzen, geben wir das in den schriftlichen Hinweisen an, die Sie von uns erhalten; diese Hinweise haben immer Vorrang vor allgemeinen Informationen. Setzen Sie verschreibungspflichtige Medikamente nicht eigenmächtig ab. Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt; auch die Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden.
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Haaranalyse
Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer; wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp bei Ihnen. In diesem Formular fragen wir weder Gesundheitsdaten noch Fotos ab.
Wie geht es weiter?
- Wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp und vereinbaren mit Ihnen einen passenden Termin für das Vorgespräch.
- Im Vorgespräch hören wir uns Ihre Erwartungen an und erklären Ihnen den Eingriff und den Ablauf. Falls Fotos nötig sind, sagen wir Ihnen gesondert, wie Sie sie teilen können.
- Ob ein Eingriff für Sie geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung entschieden. Kosten und Termine besprechen wir nach der Planung.