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Ist eine Haartransplantation bei Diabetes, Bluthochdruck oder Hepatitis möglich?
Eine chronische Erkrankung schließt eine Haartransplantation nicht von vornherein aus. Entscheidend ist, ob die Erkrankung unter Kontrolle ist und wie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt die Lage einschätzt. Wir erklären, wie sich Diabetes, Bluthochdruck und durch Blut übertragbare Infektionen auf den Eingriff auswirken.
In diesem Beitrag
Können Sie mit einer chronischen Erkrankung eine Haartransplantation machen lassen?
Diabetes (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck (Hypertonie) oder Hepatitis sind für sich allein kein absolutes Hindernis für eine Haartransplantation. Wichtig ist, dass Ihre Erkrankung unter Kontrolle ist und bei Bedarf die Einschätzung Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihres behandelnden Arztes eingeholt wird. Deshalb achten wir weniger auf den Namen der Erkrankung als darauf, ob sie regelmäßig kontrolliert wird, wie sie auf die Behandlung anspricht und ob sie andere Organe in Mitleidenschaft zieht.
Eine Haartransplantation ist ein chirurgischer Eingriff unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie), bei der nur der behandelte Bereich betäubt wird. Aus dem Spenderbereich am Hinterkopf und an den Seiten werden Grafts (kleine Gewebestücke mit einer oder mehreren Haarwurzeln) entnommen und in kleine Kanäle eingesetzt, die im lichten Bereich geöffnet werden. Dabei entstehen in beiden Bereichen viele kleine Wunden. Ob diese Wunden während des Eingriffs wenig bluten und danach gut verheilen, hängt von der Blutgerinnung, von der Durchblutung des Gewebes und vom Immunsystem ab. Chronische Erkrankungen können all das beeinflussen.
Ist die Erkrankung nicht unter Kontrolle, können wir die Transplantation verschieben, bis Ihr Gesundheitszustand es zulässt; manchmal ist eine Haartransplantation für Sie auch nicht die richtige Option. Die allgemeinen Kriterien für die Eignung erklären wir in unserem Beitrag dazu, für wen eine Haartransplantation nicht infrage kommt.
Wie wirkt sich Diabetes auf eine Haartransplantation aus?
Ist der Blutzucker über längere Zeit zu hoch, können kleine Blutgefäße und Nerven Schaden nehmen; auch die weißen Blutkörperchen, die Keime bekämpfen, können schwächer arbeiten. Deshalb kann sich bei Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes die Heilung von Operationswunden verzögern, und Wundinfektionen können häufiger auftreten. Bei gut eingestelltem Blutzucker ist diese Wahrscheinlichkeit geringer.
Das meiste, was man darüber weiß, stammt aus anderen Bereichen der Chirurgie; Studien speziell zur Haartransplantation gibt es nur wenige. Wenn Sie Diabetes haben, besprechen wir vor dem Eingriff gemeinsam folgende Punkte:
- Ihre aktuellen Werte: Wir sehen uns Ihre Blutzuckerwerte und bei Bedarf Ihren HbA1c-Wert an (ein Laborwert, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten Monate widerspiegelt).
- Medikamente und Mahlzeiten: Wenn Sie Insulin oder andere Diabetesmedikamente anwenden, planen wir die Zeiten für Mahlzeiten und Medikamente am Behandlungstag im Voraus. Ändern Sie Dosis oder Einnahmezeit nicht eigenmächtig.
- Medikamente, die beim Eingriff eingesetzt werden können: Kortisonähnliche Mittel, die gegen Schwellungen gegeben werden können, lassen den Blutzucker unter Umständen vorübergehend ansteigen. Dass wir von Ihrem Diabetes wissen, ist daher auch für die Wahl der Medikamente wichtig.
- Während des Eingriffs: Wenn Sie Anzeichen einer Unterzuckerung wie Zittern, Schwitzen oder Schwindel bemerken oder sich nicht wohlfühlen, sagen Sie es sofort dem Team.
Warum sind Bluthochdruck und Herzerkrankungen wichtig?
Bei hohem Blutdruck können kleine Wunden stärker bluten. Bei einer Haartransplantation kann das bedeuten, dass es während des Eingriffs stärker blutet, die Sicht auf das Arbeitsfeld schlechter ist und die Blutung nach dem Eingriff länger anhält. Bei vielen Menschen, deren Blutdruck mit Medikamenten gut eingestellt ist, lässt sich eine Transplantation planen; die Entscheidung fällt auch hier bei der Untersuchung.
Dem örtlichen Betäubungsmittel wird in der Regel ein gefäßverengender Stoff wie Adrenalin zugesetzt, um Blutungen zu verringern. Adrenalin kann für kurze Zeit den Herzschlag beschleunigen und den Blutdruck erhöhen. Wenn Sie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder eine Herzschwäche haben, holen wir möglicherweise die Einschätzung einer Kardiologin oder eines Kardiologen ein.
Am Behandlungstag wird Ihr Blutdruck gemessen. Auch Angst und Aufregung können den Blutdruck vorübergehend erhöhen; sinkt er nicht auf einen sicheren Wert, empfehlen wir möglicherweise, den Eingriff zu verschieben. Setzen Sie Ihr Blutdruckmedikament nicht eigenmächtig ab; wie Sie es am Behandlungstag einnehmen, besprechen wir vorher mit Ihnen.
Wenn Sie ein blutverdünnendes Medikament einnehmen, sagen Sie uns das bitte unbedingt und setzen Sie es nicht eigenmächtig ab. Diese Medikamente werden meist verschrieben, um Sie vor ernsten Problemen durch Blutgerinnsel zu schützen; ob eine Einnahmepause infrage kommt, entscheidet die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt. Die Vorbereitung rund um Ihre Medikamente behandeln wir im Beitrag Vorbereitung auf die Haartransplantation.
Was ändert sich, wenn Sie Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV haben?
Aus medizinischer Sicht sind auch diese durch Blut übertragbaren Infektionen für sich allein kein absolutes Hindernis; die eigentliche Frage ist, wie sich die Infektion auf Ihre Gesundheit auswirkt.
Die Leber bildet die meisten Stoffe, die für die Blutgerinnung nötig sind; auch die Mittel, die häufig zur örtlichen Betäubung verwendet werden, werden größtenteils in der Leber abgebaut. Ist eine Lebererkrankung fortgeschritten, kann die Blutungsneigung zunehmen, und der Körper scheidet diese Mittel möglicherweise langsamer aus. Auch bei einer frisch aufgetretenen Leberentzündung kann es nötig sein, den Eingriff zu verschieben. Deshalb sehen wir uns Ihre Leber- und Gerinnungswerte an und holen bei Bedarf die Einschätzung der Ärztin oder des Arztes ein, die oder der Ihre Hepatitis betreut.
Bei einer HIV-Infektion kommt es darauf an, wie gut die Behandlung das Virus unterdrückt und in welchem Zustand Ihr Immunsystem ist. Manche Medikamente gegen diese Infektionen können mit Mitteln, die beim Eingriff zum Einsatz kommen können, in Wechselwirkung treten; bringen Sie deshalb Ihre vollständige Medikamentenliste mit.
Maßnahmen wie Einwegmaterial, die Sterilisation der Instrumente, Handschuhe und Schutzausrüstung sind Standardregeln, die bei allen Patientinnen und Patienten gelten müssen, auch wenn nicht bekannt ist, wer eine Infektion hat. Trotzdem möchten wir über Ihre Situation Bescheid wissen; wir fragen nicht danach, um Sie zu verurteilen, sondern um Ihre Gesundheit richtig einzuschätzen und einen sicheren Plan erstellen zu können.
Sie können uns auch fragen, wie die Instrumente sterilisiert werden und welche Materialien nur einmal verwendet werden. Weitere Fragen, die Sie bei der Wahl einer Klinik stellen können, haben wir im Beitrag Fragen bei der Klinikwahl zusammengestellt.
Was sollten Sie uns außerdem vorab mitteilen?
Es gibt weitere Umstände, die den Plan beeinflussen können. Nennen Sie uns bei der Untersuchung bitte unbedingt:
- Blutungsneigung, Gerinnungsstörung oder eine Bluterkrankung
- Alle Medikamente, die Sie einnehmen, einschließlich Blutverdünnern, Schmerzmitteln, pflanzlichen Mitteln und Nahrungsergänzungsmitteln
- Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung
- Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken und die Sie schon länger einnehmen, etwa Kortison, sowie eine Krebsbehandlung oder Medikamente nach einer Organtransplantation
- Allergie gegen Mittel zur örtlichen Betäubung oder gegen andere Medikamente
- Hautprobleme auf der Kopfhaut wie Schuppenflechte, Ekzeme oder Infektionen
- Probleme bei der Wundheilung nach früheren Operationen oder dicke, wulstige Narben (zum Beispiel Keloide)
Wie entscheiden wir bei der Untersuchung und anhand von Laborwerten?
Bei der Untersuchung fragen wir, seit wann Ihre Erkrankung bekannt ist, welche Medikamente Sie einnehmen und wie Ihre letzten Messwerte waren. Bringen Sie, falls vorhanden, Ihre Laborbefunde, Ihre Medikamentenliste oder einen Bericht Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes mit. Ihre Gesundheitsdaten müssen Sie nicht in das Formular zur Haaranalyse eintragen; darüber sprechen wir bei der Untersuchung.
Bei Bedarf veranlassen wir vor dem Eingriff eine Blutuntersuchung. Welche Werte bestimmt werden, ist individuell verschieden; dazu können Blutbild, Gerinnungswerte, Blutzucker, Leber- und Nierenwerte sowie Tests auf Hepatitis B, Hepatitis C und HIV gehören.
Welche Werte als ausreichend gelten, hängt von der Person und vom Verlauf der Erkrankung ab; deshalb nennen wir hier keine Grenzwerte. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt auf Grundlage Ihrer Untersuchungsbefunde und Laborergebnisse in ihrer Gesamtheit. Das Ergebnis kann sein, dass wir die Transplantation planen, sie verschieben, bis Ihr Gesundheitszustand stabil ist, oder Ihnen einen anderen Weg vorschlagen.
Wenn Sie nach dem Eingriff zunehmende Schmerzen, Rötung oder Schwellung, Nässen, Fieber oder eine Blutung bemerken, die nicht aufhört, melden Sie sich bei uns, ohne auf das Nachsorgegespräch zu warten; diese Anzeichen haben wir auch auf unserer Seite Nachsorge nach Haartransplantation aufgeführt. Steigen Ihr Blutzucker oder Ihr Blutdruck ungewöhnlich an, informieren Sie auch Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt. Im Notfall oder wenn Sie uns nicht erreichen, wenden Sie sich umgehend an die nächstgelegene medizinische Einrichtung.
Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt; auch Heilungsverlauf und Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden. Die schriftlichen Pflegehinweise, die Sie nach dem Eingriff von uns erhalten, haben Vorrang vor den allgemeinen Informationen hier. Ihre Fragen können Sie uns über unsere Kontaktseite schicken.
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Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer; wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp bei Ihnen. In diesem Formular fragen wir weder Gesundheitsdaten noch Fotos ab.
Wie geht es weiter?
- Wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp und vereinbaren mit Ihnen einen passenden Termin für das Vorgespräch.
- Im Vorgespräch hören wir uns Ihre Erwartungen an und erklären Ihnen den Eingriff und den Ablauf. Falls Fotos nötig sind, sagen wir Ihnen gesondert, wie Sie sie teilen können.
- Ob ein Eingriff für Sie geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung entschieden. Kosten und Termine besprechen wir nach der Planung.