Patientenfragen6 Min. Lesezeit
Tut eine Haartransplantation weh? Was spürt man während und nach dem Eingriff?
Bei einer Haartransplantation sind die meisten Patientinnen und Patienten während des gesamten Eingriffs wach, und der Bereich wird örtlich betäubt. Wir erklären, was Sie beim Setzen der Betäubung, während der Transplantation und in den Tagen danach spüren können, warum das von Person zu Person verschieden ist und wie Schmerzen behandelt werden.
In diesem Beitrag
Tut eine Haartransplantation weh?
Ganz ohne Empfindungen verläuft eine Haartransplantation nicht. Wir führen sie jedoch unter örtlicher Betäubung durch, und die meisten Patientinnen und Patienten sind während des gesamten Eingriffs wach. Beim Setzen der Betäubungsspritzen spürt man ein kurzes Stechen und Brennen. Ist der Bereich betäubt, nehmen die meisten eher Berührung und Druck wahr als Schmerz. In den Tagen, nachdem die Betäubung nachgelassen hat, können dumpfe Schmerzen, Empfindlichkeit und ein Spannungsgefühl auftreten.
Dieses Erleben ist nicht für alle gleich; wie unangenehm es für Sie wird, ist von Person zu Person verschieden. Deshalb besprechen Sie vor dem Eingriff mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie Schmerzen behandelt werden. Und wenn Sie während des Eingriffs etwas spüren, bitten wir Sie, es uns zu sagen.
Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht nötig. Da Sie wach sind, können Sie sich unterhalten und in den Pausen etwas essen und trinken.
Was spürt man beim Setzen der Betäubung?
Bei der örtlichen Betäubung wird das Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) mit feinen Nadeln in und unter die Haut gespritzt. Es verhindert für eine gewisse Zeit, dass die Nerven im behandelten Bereich Reize weiterleiten. Diese Wirkung ist jedoch nicht für jede Empfindung gleich stark; das Gefühl für Berührung und Druck kann teilweise erhalten bleiben. Auch wenn Sie im betäubten Bereich keinen scharfen Schmerz spüren, merken Sie deshalb möglicherweise, dass Sie berührt werden oder dass jemand drückt.
Eine der deutlichsten Empfindungen während des Eingriffs entsteht beim Setzen der Betäubung. Wenn die Nadel einsticht und das Mittel gespritzt wird, spürt man ein kurzes Brennen oder Spannungsgefühl. Die ersten Einstiche sind meist deutlicher; je weiter die Betäubung wirkt, desto weniger spürt man die folgenden. Langsames Spritzen und feine Nadeln können dieses Gefühl verringern, beseitigen es aber nicht ganz.
Die Betäubung wird getrennt im Spenderbereich, aus dem die Grafts entnommen werden (meist am Hinterkopf und an den Seiten), und im Empfängerbereich gesetzt. Dieses kurze Gefühl kann daher im Laufe des Tages mehrmals auftreten.
Wenn Sie Angst vor Spritzen haben oder Ihnen schon einmal bei einer Spritze oder Blutabnahme schlecht geworden ist, sagen Sie uns das bitte vorher; dann planen wir gemeinsam, welche Vorkehrungen wir treffen können.
Wenn Sie schon einmal allergisch oder unerwartet auf eine örtliche Betäubung reagiert haben (zum Beispiel beim Zahnarzt), eine Herzerkrankung oder eine andere chronische Erkrankung haben oder regelmäßig Medikamente einnehmen, auch blutverdünnende, geben Sie das bei der Untersuchung bitte unbedingt an. Wie Betäubung und Schmerzbehandlung geplant werden, kann von diesen Angaben abhängen. Setzen Sie keines Ihrer Medikamente eigenmächtig ab. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Haartransplantation bei chronischen Erkrankungen.
Was spürt man während der Transplantation?
Ist der Bereich betäubt, beschreiben die meisten bei der Entnahme und beim Einsetzen der Grafts ein Gefühl von Druck oder Berührung oder ein leichtes Ziehen.
Da der Eingriff Stunden dauern kann, kann die Wirkung der Betäubung mit der Zeit nachlassen. Wenn Sie ein scharfes oder stärker werdendes Gefühl bemerken, sagen Sie es sofort; bei Bedarf erneuern wir die Betäubung. Scheuen Sie sich nicht, das anzusprechen: Wenn wir wissen, was Sie spüren, können wir den Eingriff für Sie angenehmer fortsetzen. Sagen Sie uns auch sofort Bescheid, wenn Sie Herzklopfen, Schwindel, Übelkeit oder ein Schwächegefühl bemerken.
Was Sie im Laufe des Tages am meisten anstrengt, ist manchmal nicht der Schmerz, sondern lange in derselben Position zu bleiben; Nacken, Rücken oder Kreuz können sich verspannen. Deshalb machen wir zwischendurch Pausen. Wie der Tag Schritt für Schritt abläuft, erklären wir in unserem Beitrag zur Dauer einer Haartransplantation.
Was spürt man in den Tagen nach dem Eingriff?
In den Stunden nach dem Eingriff beginnt die Betäubung nachzulassen. Dann und in den ersten Tagen können Sie dumpfe Schmerzen, Empfindlichkeit und ein Spannungsgefühl spüren. Das kann vor allem im Spenderbereich deutlich sein und lässt meist im Laufe der Tage nach.
In den ersten Tagen senkt sich die Schwellung manchmal bis in die Stirn und um die Augen ab; meist geht sie innerhalb weniger Tage zurück. Im Empfänger- und Spenderbereich können außerdem eine Zeit lang ein Taubheitsgefühl oder Juckreiz auftreten. Wie lange das anhält, ist von Person zu Person verschieden.
| Phase | Häufige Empfindungen | Was tun? |
|---|---|---|
| Beim Setzen der Betäubung | Kurzes Stechen, Brennen oder Spannungsgefühl | Ruhiges Atmen kann Ihnen helfen, sich zu entspannen. Wenn Sie sich schwach oder unwohl fühlen, sagen Sie es sofort. |
| Während der Transplantation | Druck, Berührung, leichtes Ziehen; Verspannungen, weil Sie lange in derselben Position bleiben | Sagen Sie Bescheid, wenn Sie ein scharfes Gefühl bemerken; bei Bedarf erneuern wir die Betäubung. Zwischendurch machen wir Pausen. |
| Am ersten Abend und in der ersten Nacht | Dumpfe Schmerzen und Empfindlichkeit, wenn die Betäubung nachlässt | Nehmen Sie die Medikamente, die Sie erhalten haben, nach Ihren schriftlichen Hinweisen ein. |
| In den ersten Tagen | Empfindlichkeit und Spannungsgefühl (vor allem im Spenderbereich); manchmal eine Schwellung, die sich bis in die Stirn und um die Augen absenkt | Mit leicht erhöhtem Kopf zu liegen, wie in Ihren Hinweisen beschrieben, kann helfen, die Schwellung zu verringern. |
| In den folgenden Wochen | Eine Zeit lang Taubheitsgefühl und Juckreiz | Nicht kratzen; wenn es lange anhält oder Sie stört, fragen Sie uns. |
Welche Medikamente Sie nach dem Eingriff verwenden, geben wir in Ihren schriftlichen Pflegehinweisen an. Wenn Sie ein anderes Schmerzmittel nehmen möchten, fragen Sie uns vorher, denn manche Schmerzmittel können die Blutungsneigung erhöhen.
Allgemeine Informationen zur Heilungszeit finden Sie auf der Seite Nachsorge nach Haartransplantation, Einzelheiten zu Juckreiz und Rötung im Beitrag Juckreiz, Rötung und Pickel nach der Haartransplantation. Maßgeblich sind in jedem Fall die schriftlichen Hinweise, die Sie von uns erhalten.
Warum spürt nicht jeder dasselbe?
Zwei Menschen, die denselben Eingriff hatten, können sehr Unterschiedliches erzählen. Einige Gründe dafür:
- Schmerzempfindlichkeit. Derselbe Reiz kann für die eine Person leicht, für die andere unangenehmer sein.
- Angst und Müdigkeit. Sorgen und Schlafmangel können dazu führen, dass Schmerzen stärker wahrgenommen werden.
- Umfang des Eingriffs. Je größer Empfänger- und Spenderbereich sind, desto mehr Stellen werden betäubt; dauert der Eingriff länger, muss die Betäubung möglicherweise erneuert werden. Auch die Empfindlichkeit in den folgenden Tagen kann davon abhängen.
- Verlauf der Heilung. Wie lange Schwellung und Empfindlichkeit anhalten, ist bei jedem Körper anders.
Wenn Sie in der Nacht vor dem Eingriff gut schlafen, sich an die Hinweise halten, was Sie am Behandlungstag essen und trinken dürfen, und alle offenen Fragen vorher stellen, kann Ihnen das helfen, den Tag entspannter zu erleben. Worauf Sie vor dem Eingriff achten sollten, erklären wir im Beitrag Vorbereitung auf die Haartransplantation.
Wann sollten Sie sich bei uns melden?
Nach dem Eingriff ist zu erwarten, dass die Empfindlichkeit im Laufe der Tage nachlässt. Wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken, melden Sie sich bei uns, ohne auf das Nachsorgegespräch zu warten:
- Schmerzen, die zunehmen statt nachzulassen oder trotz der erhaltenen Medikamente nicht vergehen
- Zunehmende Rötung oder Schwellung
- Nässen, Eiter oder übler Geruch im Empfänger- oder Spenderbereich
- Fieber
- Blutungen, die nicht aufhören oder wiederkehren
- Schmerzhafte oder größer werdende, pickelähnliche Erhebungen im Empfängerbereich
Im Notfall oder wenn Sie uns nicht erreichen, wenden Sie sich umgehend an die nächstgelegene medizinische Einrichtung.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen. Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind und wie die Betäubung bei Ihnen geplant wird, wird bei der Untersuchung festgelegt; sowohl das Erleben des Eingriffs als auch die Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden.
Verwandte Beiträge
-
Patientenfragen
Braucht man bei einer Haartransplantation eine zweite Sitzung?
Nicht jeder braucht bei einer Haartransplantation eine zweite Sitzung. Wir erklären, in welchen Fällen sie infrage kommt, warum zwischen zwei Sitzungen gewartet wird und wie wir diese Entscheidung treffen.
-
Patientenfragen
Klinik für Haartransplantation wählen: Welche Fragen sollten Sie stellen?
Wenn Sie auf einige grundlegende Fragen klare Antworten erhalten, können Sie Ihre Optionen nach denselben Kriterien vergleichen. Wir erklären, welche Fragen Sie von der Untersuchung bis zur Nachsorge stellen können und warum sie wichtig sind.
-
Patientenfragen
Ist eine Haartransplantation bei Diabetes, Bluthochdruck oder Hepatitis möglich?
Eine chronische Erkrankung schließt eine Haartransplantation nicht von vornherein aus. Entscheidend ist, ob die Erkrankung unter Kontrolle ist und wie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt die Lage einschätzt. Wir erklären, wie sich Diabetes, Bluthochdruck und durch Blut übertragbare Infektionen auf den Eingriff auswirken.
Haaranalyse
Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer; wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp bei Ihnen. In diesem Formular fragen wir weder Gesundheitsdaten noch Fotos ab.
Wie geht es weiter?
- Wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp und vereinbaren mit Ihnen einen passenden Termin für das Vorgespräch.
- Im Vorgespräch hören wir uns Ihre Erwartungen an und erklären Ihnen den Eingriff und den Ablauf. Falls Fotos nötig sind, sagen wir Ihnen gesondert, wie Sie sie teilen können.
- Ob ein Eingriff für Sie geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung entschieden. Kosten und Termine besprechen wir nach der Planung.