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Patientenfragen7 Min. Lesezeit

Juckreiz, Rötung und Pickel nach der Haartransplantation: Was ist normal?

In den Wochen nach einer Haartransplantation sind leichter Juckreiz, Rötung und kleine Pickel häufig und gehen meist von selbst zurück. Wir erklären, woher sie kommen, worauf Sie achten sollten und welche Anzeichen auf eine Infektion hinweisen können.

In diesem Beitrag

Sind Juckreiz, Rötung und Pickel normal?

Meistens ja. In den Tagen und Wochen nach einer Haartransplantation sind leichter Juckreiz, Rötung im Empfängerbereich und kleine, pickelähnliche Erhebungen häufig. Sie gehören in der Regel zum Heilungsprozess der Haut und gehen mit der Zeit zurück. Wie ausgeprägt sie sind und wie lange sie anhalten, ist von Person zu Person verschieden.

Entscheidend ist, wie sich die Beschwerden entwickeln. Normale Beschwerden lassen innerhalb von Tagen und Wochen nach. Nehmen die Schmerzen zu, breitet sich die Rötung aus, fühlt sich der Empfängerbereich beim Berühren warm an, nässt er oder bekommen Sie Fieber, kann das ein Anzeichen einer Infektion sein; dann muss sich das eine Ärztin oder ein Arzt ansehen. Infektionen sind nach einer Haartransplantation selten; man nimmt an, dass die gute Durchblutung der Kopfhaut dazu beiträgt. Trotzdem ist es wichtig, sie früh zu erkennen.

Woher kommt der Juckreiz und was können Sie tun?

Juckreiz ist eine häufige Reaktion heilender Haut. Wenn sich die Kanäle schließen, in die die Grafts (kleine Gewebestücke mit einem oder mehreren Haaren) eingesetzt wurden, bilden sich darauf kleine Krusten. Während die Krusten trocknen und sich die Haut darunter erneuert, kann es jucken. Dasselbe Gefühl kann auch im Spenderbereich (dem Bereich, aus dem die Grafts entnommen werden) auftreten; Monate später, wenn die neuen Haare herauswachsen, kann der Juckreiz wiederkommen.

Der Juckreiz lässt meist nach, wenn die Krusten abfallen. Achten Sie in dieser Zeit auf Folgendes:

  • Kratzen und reiben Sie weder im Empfänger- noch im Spenderbereich. Durch Kratzen können sich Krusten zu früh lösen und die Grafts Schaden nehmen.
  • Waschen Sie Ihr Haar wie in Ihren Pflegehinweisen beschrieben und sanft mit den Fingerspitzen; das hilft, die Krusten aufzuweichen.
  • Kurze Fingernägel können den Schaden verringern, wenn Sie sich im Schlaf unbewusst kratzen.
  • Verwenden Sie keine Cremes, Öle oder Medikamente auf eigene Faust. Wenn der Juckreiz Sie stört, sagen Sie es uns; was für Sie infrage kommt, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Treten nach einem neuen Produkt stärkerer Juckreiz, Brennen oder ein Ausschlag auf, kann das eine Hautreaktion sein; sagen Sie uns Bescheid, bevor Sie das Produkt weiter verwenden.

Woher kommt die Rötung und wie lange hält sie an?

Wo die Kanäle geöffnet wurden, heilt die Haut viele kleine Wunden gleichzeitig. Dabei fließt mehr Blut in den Bereich; die Rötung ist das sichtbare Zeichen dieser Heilungsreaktion. In den ersten Tagen ist sie am deutlichsten und bleibt in der Regel auf die behandelten Bereiche beschränkt.

Nachdem die Krusten abgefallen sind, kann eine leichte Rosafärbung noch eine Weile bleiben. Auch wenn die Haut an der Oberfläche geschlossen aussieht, geht die Heilung in der Tiefe weiter, und die Durchblutung des Bereichs normalisiert sich erst mit der Zeit. Bei den meisten Menschen verblasst die Rosafärbung allmählich; auf heller Haut kann sie deutlicher sein und länger anhalten.

Auch Sonne kann dazu führen, dass die Rötung länger anhält. Schützen Sie den Empfängerbereich in den ersten Wochen vor direkter Sonne; fragen Sie uns, bevor Sie Sonnencreme auftragen.

Warum entstehen Pickel und was sollten Sie tun?

Im Empfängerbereich, manchmal auch im Spenderbereich, können kleine, pickelähnliche Erhebungen auftreten. Man spricht dabei meist von einer Follikulitis (einer Entzündung des Haarfollikels). Eine Entzündung bedeutet nicht immer, dass Keime im Spiel sind; diese Erhebungen können aus den unten beschriebenen Gründen auch als Reaktion der heilenden Haut entstehen. Manchmal entwickelt sich jedoch eine bakterielle Infektion; deshalb ist es wichtig zu beobachten, wie sich die Pickel verändern.

In den ersten Wochen

In dieser Zeit können im Empfängerbereich kleine Pickel auftreten. Zu den möglichen Ursachen zählen eine Verstopfung der Follikelöffnung an der Hautoberfläche durch Krusten oder Hautreste und eine Reaktion auf ein kurzes Haarstück, das unter der Haut zurückgeblieben ist. Diese Pickel sind in der Regel klein und verstreut; leichte heilen meist von selbst ab.

Wenn die neuen Haare wachsen

Monate später, wenn die neuen Haare die Haut durchstoßen und an die Oberfläche kommen, können um sie herum kleine, pickelähnliche Erhebungen entstehen. Auch ein Haar, das nicht aus der Haut herauskommt und sich darunter einrollt (eingewachsenes Haar), kann so aussehen. Den zeitlichen Ablauf dieser Phase erklären wir in unserem Beitrag dazu, wann transplantierte Haare wachsen.

Drücken Sie Pickel nicht aus

Drücken Sie Pickel nicht aus, stechen Sie sie nicht auf, kratzen Sie nicht daran und reißen Sie die Kruste darauf nicht ab. Ausdrücken kann die Entzündung in tiefere Hautschichten verlagern, Keimen den Weg erleichtern und den Haarfollikel schädigen. Verwenden Sie auch Produkte wie Pickelmittel oder antibiotische Salben nicht auf eigene Faust. Wenn die Pickel mehr oder größer werden, schmerzen oder sich die Rötung um sie herum ausbreitet, melden Sie sich bei uns; ob eine Behandlung nötig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach einer Untersuchung.

Bei welchen Anzeichen sollten Sie sich sofort melden?

Für jede Beschwerde stellen wir unten den normalen Verlauf und die Veränderungen, die Aufmerksamkeit erfordern, einander gegenüber.

Normaler Verlauf und wann Sie sich melden sollten (allgemeiner Rahmen; die Heilung ist von Person zu Person verschieden)
BeschwerdeMeist normalSofort melden
JuckreizLeicht; lässt nach, wenn die Krusten abfallen, und kann beim Wachsen der neuen Haare wiederkommen.Wenn er sehr stark ist, mit Brennen oder Ausschlag einhergeht oder nach einem neuen Produkt begonnen hat.
RötungAuf die behandelten Bereiche beschränkt und rückläufig; danach kann eine leichte Rosafärbung eine Weile bleiben.Wenn sie immer stärker wird, sich über diese Bereiche hinaus ausbreitet oder sich beim Berühren warm anfühlt.
Pickelähnliche ErhebungenKlein und verstreut, verursachen keine nennenswerten Schmerzen und heilen von selbst ab.Wenn sie schmerzen, größer oder mehr werden oder sich zu einer eitrigen Schwellung mit geröteter Umgebung entwickeln.

Wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken, melden Sie sich bei uns, ohne auf das Nachsorgegespräch zu warten:

  • Schmerzen, die zunehmen statt abzunehmen
  • Sich ausbreitende oder zunehmende Rötung oder Schwellung
  • Überwärmung im Empfänger- oder Spenderbereich
  • Nässen, Eiter oder übler Geruch
  • Fieber, Schüttelfrost oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schmerzhafte oder größer werdende, pickelähnliche Erhebungen im Empfängerbereich

Im Notfall oder wenn Sie uns außerhalb unserer Öffnungszeiten nicht erreichen, wenden Sie sich umgehend an die nächstgelegene medizinische Einrichtung. Bei Verdacht auf eine Infektion legt die Ärztin oder der Arzt die Behandlung nach einer Untersuchung fest; nehmen Sie kein Antibiotikum, das Sie noch zu Hause haben, und auch kein anderes Medikament, ohne vorher ärztlichen Rat einzuholen.

Was ist von Person zu Person verschieden?

Diese Beschwerden können selbst bei zwei Menschen, die mit derselben Methode behandelt wurden, unterschiedlich verlaufen. Die wichtigsten Faktoren:

  • Ihre Haut und die Vorgeschichte Ihrer Kopfhaut: Auf heller Haut ist Rötung deutlicher zu sehen. Wenn Sie früher häufig Pickel auf der Kopfhaut, eine stark fettende Kopfhaut oder eine seborrhoische Dermatitis (eine Hauterkrankung mit fettiger Schuppung und Rötung) hatten, sagen Sie uns das bei der Untersuchung.
  • Ihr allgemeiner Gesundheitszustand und Rauchen: Manche Erkrankungen wie ein schlecht eingestellter Diabetes sowie das Rauchen können die Wundheilung verzögern und die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöhen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Chronische Erkrankungen und Haartransplantation.
  • Umgebung: Schweiß, Staub, Schwimmbad- und Meerwasser können die heilende Haut reizen; Einzelheiten erklären wir im Beitrag Sport, Schwimmbad und Hamam nach der Haartransplantation.

Wie begleiten wir Ihre Heilung gemeinsam?

Bei der Untersuchung sehen wir uns auch Ihre Kopfhaut an; haben Sie gerade Pickel, einen Ausschlag oder eine Infektion, planen wir den Zeitpunkt des Eingriffs entsprechend. Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt.

Nach dem Eingriff erhalten Sie von uns schriftliche Pflegehinweise; wenn Sie zwischen diesem Beitrag und Ihren Pflegehinweisen einen Unterschied bemerken, richten Sie sich nach Ihren Pflegehinweisen. Verwenden Sie auch die Medikamente, die Sie erhalten haben, nach Anweisung. Den allgemeinen Rahmen der Pflege erklären wir auf der Seite Nachsorge nach Haartransplantation.

Ihre Heilung beurteilen wir gemeinsam in den Nachsorgegesprächen. Wenn Sie eine Veränderung beunruhigt, melden Sie sich bei uns, ohne auf das nächste Gespräch zu warten. Heilungsverlauf und Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden.

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Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer; wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp bei Ihnen. In diesem Formular fragen wir weder Gesundheitsdaten noch Fotos ab.

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  1. Wir melden uns telefonisch oder per WhatsApp und vereinbaren mit Ihnen einen passenden Termin für das Vorgespräch.
  2. Im Vorgespräch hören wir uns Ihre Erwartungen an und erklären Ihnen den Eingriff und den Ablauf. Falls Fotos nötig sind, sagen wir Ihnen gesondert, wie Sie sie teilen können.
  3. Ob ein Eingriff für Sie geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung entschieden. Kosten und Termine besprechen wir nach der Planung.

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