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Patientenfragen7 Min. Lesezeit

Hinterlässt eine Haartransplantation Narben? Sind sie sichtbar?

Eine Haartransplantation hinterlässt an den Stellen, an denen die Grafts entnommen werden, kleine Narben. Wir erklären, wo diese Narben bleiben, wann sie auffallen, worin sich FUE und FUT unterscheiden und worauf wir achten, wenn Sie zu erhabenen Narben neigen.

In diesem Beitrag

Warum gibt es keine Haartransplantation ohne Narben?

Ja, eine Haartransplantation hinterlässt Narben. Sie ist ein chirurgischer Eingriff, wenn auch ein kleiner: Die Grafts (kleine Gewebestücke mit Haarwurzeln) entnehmen wir aus dem Spenderbereich (meist Hinterkopf und Seiten), indem wir sie mit einer feinen Hohlnadel aus dem umgebenden Gewebe lösen; im Empfängerbereich öffnen wir kleine Kanäle, in die sie eingesetzt werden. Während der Heilung verschließt die Haut diese kleinen Wunden mit Narbengewebe. Deshalb gibt es keine Haartransplantation ohne Narben, und wir können Ihnen kein narbenfreies Ergebnis versprechen.

Form und Lage der Narben hängen vor allem davon ab, wie die Grafts entnommen werden. Wir entnehmen die Grafts einzeln nach der FUE-Methode; dabei bleiben im Spenderbereich kleine, punktförmige Narben. Wie sichtbar sie sind, ist von Person zu Person verschieden und hängt vor allem von Ihrer Haarlänge ab.

Welche Narben hinterlässt FUE im Spenderbereich?

Bei FUE (der Methode, bei der die Grafts einzeln entnommen werden) ist jede Entnahmestelle eine kleine, runde Wunde, die von der verwendeten Hohlnadel stammt; der Durchmesser dieser Nadeln liegt meist bei etwa 1 Millimeter. Diese Wunden werden nicht genäht, sondern schließen sich von selbst. In den ersten Tagen können Sie auf den Punkten kleine Krusten und in ihrer Umgebung Rötungen sehen, und der Bereich kann empfindlich sein. Die einzelnen Schritte der Methode erklären wir in unserem Beitrag zur FUE-Haartransplantation.

Ist die Heilung abgeschlossen, bleibt an jeder Stelle eine kleine, punktförmige Narbe. Da die Wurzel vollständig entnommen wird, ist nicht zu erwarten, dass an diesen Stellen wieder Haare wachsen. Das Narbengewebe reift über Monate: Die Rötung verblasst, und meist bleibt ein kleiner Punkt, der etwas heller ist als die umliegende Haut.

Wir entnehmen die Grafts so, dass zwischen den Entnahmestellen Haare stehen bleiben, und verteilen die Entnahme über den gesamten Spenderbereich. Solange Ihre Haare eine gewisse Länge haben, bleiben die Narben deshalb meist zwischen den Haaren verborgen; wenn Sie Ihre Haare sehr kurz schneiden lassen oder rasieren, können sie jedoch auffallen. Werden aus demselben Bereich zu viele Grafts entnommen, rücken die Narben näher zusammen, und der Bereich kann licht und ungleichmäßig wirken. Warum der Spenderbereich eine begrenzte Reserve ist, erklären wir in unserem Beitrag Spenderbereich und Spenderdominanz.

Wenn Sie Ihre Haare später einmal sehr kurz oder rasiert tragen möchten, sagen Sie uns das bei der Untersuchung; wir richten den Plan danach aus.

Bleiben im Empfängerbereich Narben?

Die Kanäle, die wir im Empfängerbereich öffnen, sind kleine Einschnitte, gerade so groß, dass das Graft hineinpasst. In den ersten Tagen können in diesem Bereich Rötungen, leichte Schwellungen und Krusten auftreten; besonders bei heller Haut kann die Rötung noch eine Weile anhalten. Ist die Heilung abgeschlossen, sind diese Einschnitte bei den meisten Menschen mit bloßem Auge nicht leicht zu erkennen; sobald die neuen Haare wachsen, liegen die Punkte zwischen den Haaren.

Dennoch können in manchen Fällen auch im Empfängerbereich Narben auffallen. Sitzt ein Graft zu flach im Kanal, kann um das Graft herum eine kleine Erhebung zurückbleiben; sitzt es zu tief, eine kleine Vertiefung. Um dieses Risiko zu verringern, passen wir die Tiefe des Kanals an die Länge des Grafts an.

Warum ist die Narbe bei FUT anders?

Bei FUT (Streifenmethode) werden die Grafts aus einem Hautstreifen gewonnen, der am Hinterkopf entnommen wird; die Wundränder an dieser Stelle werden vernäht. Deshalb bleibt am Hinterkopf eine waagerechte, linienförmige Narbe. Die darüberliegenden Haare verdecken diese Linie meist; bei kurz geschnittenem Haar kann sie jedoch sichtbar sein. Bei manchen Menschen kann die Narbe mit der Zeit breiter werden.

FUT wenden wir nicht an; wir beschreiben die Methode hier nur zur allgemeinen Information. Wenn bei Ihnen bereits eine FUT durchgeführt wurde, können wir prüfen, ob sich die alte Streifennarbe weniger auffällig machen lässt, indem wir mit der FUE-Methode Grafts in die Narbe einsetzen. Dafür muss die Narbe ausgereift sein, und in Ihrem Spenderbereich müssen noch genügend Haare vorhanden sein; außerdem lässt sich das Haarwachstum in Narbengewebe weniger gut vorhersagen als in gesunder Haut. Die Narbe verschwindet dadurch nicht; Einzelheiten finden Sie auf der Seite Haartransplantation in Narben.

Allgemeiner Unterschied zwischen FUE- und FUT-Narben (wie sichtbar eine Narbe ist, ist von Person zu Person verschieden)
MerkmalFUEFUT (Streifenmethode)
Form der NarbeViele kleine, punktförmige NarbenEine einzelne, linienförmige Narbe
Wo bleibt sie?Über den gesamten Entnahmebereich verteiltAm Hinterkopf, entlang der Linie, an der der Streifen entnommen wurde
NahtKeine; die Punkte schließen sich von selbstDie Wundränder werden vernäht
Wann kann sie auffallen?Wenn die Haare sehr kurz geschnitten oder rasiert werdenWenn die Haare kurz geschnitten werden; leichter, wenn die Narbe breiter geworden ist

Was beeinflusst, wie sichtbar die Narben sind?

Selbst bei zwei Transplantationen mit derselben Methode können die Narben unterschiedlich aussehen. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Haarlänge: Wie kurz Sie Ihre Haare tragen, gehört zu den Faktoren, die die Sichtbarkeit der Narben am stärksten beeinflussen.
  • Eigenschaften Ihrer Haare: Dichtes, kräftiges oder welliges Haar verdeckt Narben leichter; bei feinem, lichtem Haar sind Narben leichter zu erkennen. Mit dem Alter können auch die Haare im Spenderbereich dünner werden; dann können die Narben deutlicher hervortreten.
  • Haut- und Narbenfarbe: Ist die Narbe heller oder dunkler als die umliegende Haut, fällt sie leichter auf; bei dunkler Haut kann dieser Farbunterschied deutlicher sein.
  • Anzahl und Verteilung der entnommenen Grafts: Werden die Grafts über einen großen Bereich verteilt entnommen, liegen die Narben weiter auseinander. Auch Grafts, die in späteren Sitzungen entnommen werden, hinterlassen neue Narben.
  • Ihre Haut und Ihre Heilung: Wie die Haut auf eine Wunde reagiert, ist von Person zu Person verschieden. Auch Rauchen kann die Heilung beeinträchtigen.
  • Pflege während der Heilung: Wenn Sie die Krusten nicht abreißen und den Empfängerbereich in den ersten Wochen vor direkter Sonne schützen, unterstützt das die Heilung. Einzelheiten erklären wir auf der Seite Nachsorge nach der Haartransplantation; die schriftlichen Pflegehinweise, die Sie von uns erhalten, haben immer Vorrang.

Wenn Sie zu erhabenen Narben oder Keloiden neigen

Bei manchen Menschen reagiert die Haut schon auf kleine Wunden mit erhabenem, verdicktem Narbengewebe. Bleibt dieses Gewebe innerhalb der Wundränder, spricht man von einer hypertrophen (erhabenen) Narbe; wächst es über die Wundränder hinaus, von einem Keloid. Eine Neigung zu Keloiden kommt bei Menschen mit dunkler Haut und bei Menschen, in deren Familie Keloide aufgetreten sind, häufiger vor.

Nach einer Haartransplantation sind Keloide selten; bei Menschen mit dieser Neigung können sie jedoch sowohl im Spenderbereich als auch im Empfängerbereich entstehen. Sagen Sie uns deshalb bei der Untersuchung unbedingt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • An der Stelle einer früheren Operation, einer Wunde, eines Ohrlochs oder eines Pickels ist eine erhabene oder verdickte Narbe entstanden
  • In Ihrer Familie sind Keloide aufgetreten
  • Sie wurden schon einmal wegen einer Narbe behandelt

Ist die Neigung ausgeprägt, besprechen wir das Risiko gesondert mit Ihnen und richten den Plan danach aus; in manchen Fällen empfehlen wir keine Haartransplantation. Worauf wir bei dunkler Haut und Afro-Haar achten, erklären wir auf der Seite Afro-Haartransplantation.

Wann sollten Sie sich bei uns melden?

Rötungen, Krusten und Empfindlichkeit in den ersten Tagen sind ein normaler Teil der Heilung. Die Narben reifen über Monate; in dieser Zeit beurteilen wir sie gemeinsam in den Nachsorgegesprächen.

Wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken, melden Sie sich bei uns, ohne auf das Nachsorgegespräch zu warten:

  • Zunehmende Schmerzen, Rötung oder Schwellung
  • Nässen, Eiter oder übler Geruch im Empfänger- oder Spenderbereich
  • Fieber
  • Blutungen, die nicht aufhören oder wiederkehren
  • Eine Erhebung im Narbenbereich, die sich verhärtet, juckt oder weiter wächst

Im Notfall oder wenn Sie uns nicht erreichen, wenden Sie sich umgehend an die nächstgelegene medizinische Einrichtung. Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt; sowohl die Ergebnisse als auch das Aussehen der Narben sind von Person zu Person verschieden.

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