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Nachrichten aus aller Welt6 Min. Lesezeit

Warnung vor illegalen Haartransplantationen: Was zeigt die ISHRS-Mitgliederumfrage 2025?

Laut der Mitgliederumfrage, die die International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS) im Mai 2025 veröffentlicht hat, ist der Anteil der ärztlichen Mitglieder gestiegen, die angeben, dass es in ihrer Stadt illegal arbeitende Anbieter von Haartransplantationen gibt. Wir erklären, wo die Grenzen dieser Zahlen liegen und was Sie vor einem Eingriff fragen können.

In diesem Beitrag

Was ist passiert?

Die International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS), eine Fachgesellschaft, deren Mitglieder Ärztinnen und Ärzte aus dem Bereich der Haartransplantation sind, hat im Mai 2025 die Ergebnisse ihrer Mitgliederumfrage veröffentlicht. Von den ärztlichen Mitgliedern, die an der Umfrage teilnahmen, gaben 59 Prozent an, dass es in ihrer Stadt illegal arbeitende Anbieter von Haartransplantationen gibt; 2021 lag dieser Anteil bei 51 Prozent. Mit dem Aktionstag „World Hair Transplant Repair Day“, der am 11. November 2025 zum fünften Mal stattfand, machte die Gesellschaft außerdem auf mögliche Schäden durch solche Eingriffe aufmerksam.

Mai 2025: die Mitgliederumfrage

Die Umfrage beruht auf Angaben der ärztlichen Mitglieder der Gesellschaft zu ihrer Praxis im Jahr 2024. Nach Angaben der Gesellschaft sind unter den Menschen, die wegen Haarausfalls eine Behandlung suchen, junge Erwachsene und Frauen inzwischen häufiger vertreten. In ihren englischsprachigen Mitteilungen bezeichnet die Gesellschaft illegal arbeitende Anbieter mit einem Ausdruck, der „Schwarzmarktkliniken“ bedeutet.

November 2025: World Hair Transplant Repair Day

Den Aktionstag kündigte die Gesellschaft am 29. Oktober 2025 in einer Pressemitteilung an. Der Tag, der erstmals am 11. November 2021 stattfand, ist Teil einer Aufklärungskampagne, mit der die Gesellschaft Patientinnen und Patienten über illegale Haartransplantationen informieren will. In diesem Zusammenhang fand vom 7. bis 9. November 2025 in der rumänischen Hauptstadt Bukarest eine dreitägige Fortbildungsveranstaltung statt, bei der Korrektureingriffe live gezeigt wurden.

Worum geht es bei der Warnung?

Der damalige Präsident der Gesellschaft sagte in dieser Mitteilung, illegal arbeitende Anbieter gäben sich als etablierte Gesundheitseinrichtungen aus und setzten auf irreführende Werbung, niedrige Preise und Reisepakete. Zu den möglichen Schäden solcher Eingriffe zählt die Gesellschaft:

  • bleibende, sichtbare Narben,
  • Infektionen,
  • Bereiche, die licht oder kahl bleiben,
  • die Entnahme von mehr Haarwurzeln als nötig aus dem Spenderbereich (dem Bereich, aus dem die zu verpflanzenden Haarwurzeln entnommen werden, meist am Hinterkopf und an den Seiten).

Auf den letzten Punkt lohnt es sich, kurz einzugehen. Für eine aus dem Spenderbereich entnommene Haarwurzel wächst keine neue nach; deshalb ist die Kapazität dieses Bereichs begrenzt. Eine zu starke Entnahme kann dort zu einer deutlichen Ausdünnung führen und verringert die Zahl der Haarwurzeln, die für eine später möglicherweise nötige Korrektur zur Verfügung stehen. Warum der Spenderbereich eine begrenzte Ressource ist, erklären wir im Beitrag Spenderbereich und Spenderdominanz.

Was zeigen diese Zahlen, und was zeigen sie nicht?

Die Umfrage wurde an 992 ärztliche Mitglieder der Gesellschaft verschickt; die Ergebnisse beruhen auf den eigenen Angaben der Mitglieder, die geantwortet haben. Es handelt sich also weder um eine Marktstudie noch um eine Zählung anhand von Patientenakten, sondern um eine Umfrage, die die Beobachtungen der Mitglieder einer Fachgesellschaft zusammenfasst. Beim Lesen der Zahlen sollten Sie Folgendes bedenken:

  • Die 59 Prozent zeigen, welcher Anteil der Mitglieder angab, dass es in der eigenen Stadt solche Anbieter gibt; sie zeigen nicht, wie viele illegale Anbieter es gibt oder wie viele Menschen betroffen sind.
  • Der Anstieg gegenüber 2021 beschreibt eine Veränderung in den Angaben der Mitglieder; für sich allein misst er nicht, wie stark die Zahl illegaler Anbieter tatsächlich gestiegen ist.
  • Der Aktionstag ist eine Aufklärungskampagne; auch die Zahlen in der Mitteilung stammen aus der eigenen Mitgliederumfrage der Gesellschaft.

In diesem Beitrag geben wir nur die Zahlen wieder, die in den Mitteilungen und Zusammenfassungen der Gesellschaft genannt werden; Einzelheiten, die wir nicht überprüfen konnten, haben wir weggelassen. Ob die Gesellschaft bis zur Erstellung dieses Beitrags im Oktober 2026 eine neuere Mitgliederumfrage veröffentlicht hat, konnten wir ebenfalls nicht überprüfen; die Zahlen hier stammen aus der im Mai 2025 veröffentlichten Umfrage.

Die Lage in der Türkei

In den Zusammenfassungen, die die Gesellschaft veröffentlicht hat, haben wir keine Zahl gefunden, die sich speziell auf die Türkei bezieht. Diese Anteile sollten daher nicht als Daten gelesen werden, die die Lage in der Türkei oder in einem anderen einzelnen Land zeigen.

Nach den in der Türkei geltenden Vorschriften darf eine Haartransplantationseinheit ohne Betriebsgenehmigung weder eröffnet noch betrieben werden. Vor einem chirurgischen Eingriff ist es ein üblicher Schritt, die Einrichtung, an die Sie sich wenden, nach dieser Genehmigung zu fragen. Was sich im September 2025 an diesen Vorschriften geändert hat, lesen Sie in unserem Beitrag zur Änderung der Verordnung über Haartransplantationseinheiten.

Was bedeutet das, wenn Sie über eine Haartransplantation nachdenken?

Diese Mitteilungen erinnern daran, wie wichtig es ist, vor der Entscheidung einige grundlegende Fragen zu stellen – unabhängig davon, in welchem Land und in welcher Einrichtung der Eingriff stattfindet. Klare und möglichst schriftliche Antworten auf die folgenden Fragen erleichtern es Ihnen, Ihre Optionen zu vergleichen:

  • Werde ich vor dem Eingriff persönlich von einer Ärztin oder einem Arzt untersucht? Wer legt den Plan und den Haaransatz fest?
  • Welche Schritte des Eingriffs übernimmt die Ärztin oder der Arzt, und bei welchen Schritten wirkt weiteres medizinisches Personal mit?
  • In welcher Gesundheitseinrichtung findet der Eingriff statt? Kann ich die Zulassung der Einrichtung und die Betriebsgenehmigung der Haartransplantationseinheit einsehen?
  • Wie wird festgelegt, wie viele Haarwurzeln aus dem Spenderbereich entnommen werden?
  • Erhalte ich nach dem Eingriff schriftliche Pflegehinweise? An wen wende ich mich bei einem Problem, und auf welchem Weg? Wie läuft die Nachsorge ab?

Merkmale wie niedrige Preise oder Reisepakete, die die Gesellschaft nennt, zeigen für sich allein nicht, dass ein Anbieter illegal arbeitet. Deshalb ist es sinnvoller, Ihre Einschätzung auf die Antworten zu den obigen Fragen zu stützen. Diese Fragen und warum sie wichtig sind, erklären wir ausführlich im Beitrag Klinik für Haartransplantation wählen.

Wenn Sie nach einer früheren Haartransplantation zunehmende Schmerzen oder Rötung, Nässen oder Fieber bemerken, wenden Sie sich an die Stelle, an der Sie den Eingriff haben durchführen lassen, oder ohne zu warten an die nächstgelegene medizinische Einrichtung. Auch Sorgen wegen des Aussehens einer früheren Transplantation können Sie bei einer ärztlichen Untersuchung abklären lassen.

Diese Meldung ersetzt weder eine Untersuchung noch eine ärztliche Beurteilung. Ob Sie für eine Haartransplantation geeignet sind, wird bei der Untersuchung festgestellt; auch die Ergebnisse sind von Person zu Person verschieden. Ihre Entscheidung können Sie im Gespräch mit Ihrer untersuchenden Ärztin oder Ihrem untersuchenden Arzt treffen und sich dafür Zeit lassen.

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